Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Säkularismus
Geistliches und Weltliches verbinden
Hemul
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#221 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von Hemul » Di 29. Sep 2015, 22:38

Meine Güte wie ihr das Florett ins Ziel bringt ist wirklich eine Wonne. Ihr könnt euch die Schultern aufpolstern. :lol:
denn die Waffen, mit denen wir kämpfen, sind nicht fleischlicher Art, sondern starke Gotteswaffen zur Zerstörung von Bollwerken: wir zerstören mit ihnen klug ausgedachte Anschläge (2.Korinther 10:4)

JackSparrow
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#222 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von JackSparrow » Di 29. Sep 2015, 22:40

closs hat geschrieben:Die Naturwissenschaft sollte für möglich halten, dass es "Sein" gibt, das naturalistisch nicht greifbar ist
Die Naturwissenschaft akzeptiert die Existenz nicht greifbarer Dinge und bezeichnet solche Dinge als sogenannte "Utopien" (griech. ou = nicht; topos = der Ort, die Gegend, das Gebäude).

und gar nicht erst suchen, wo es für sie nichts zu finden gibt.
Zu finden gibt es die Quelle, aus der Philosophen und Esoteriker ihre Information über nicht greifbare Dinge beziehen. Eine mögliche Hypothese wäre beispielsweise, dass solche Menschen einfach etwas kreativer sind als der Rest der Menschheit. In diesem Fall könnte man anschließend die Ursachen dieser Kreativität erforschen.


SilverBullet hat geschrieben:Ist er sich sicher, dass man alles, was man mit „Geist“ bezeichnet in einen Topf werfen darf?
Das ist ja der Vorteil von Worten ohne klare Definition. Sie passen in jeder Situation und verhindern den Aufwand, der entstünde, wenn man den korrekten Fachbegriff erst im Fremdwörterbuch nachschlagen müsste.


closs hat geschrieben:Sprich mit Dürr und urteile danach.
Dies lässt sich bedauerlicherweise nur noch mit Hilfe eines spirituellen Mediums bewerkstelligen.
Zuletzt geändert von JackSparrow am Di 29. Sep 2015, 22:50, insgesamt 1-mal geändert.

Pluto
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#223 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von Pluto » Di 29. Sep 2015, 22:48

closs hat geschrieben:hier eine Zitaten-Folge, die aus meiner Sicht logisch ist (ich meine aus "Sein und Zeit"):
„Das Sein ist die Voraussetzung für das Seiende“
„Das Sein bleibt also stets das Sein eines Seienden, weshalb eine Differenz zwischen Sein und Seiendem besteht“

„Das Sein kommt auf der Ebene des Seienden ohne ein Seiendes nicht vor.“
„Da deshalb Sein und Seiendes niemals getrennt auftreten, wird das Sein nicht als solches thematisiert.“
„Daher ist das Sein zwar das Nächste, weil es im Umgang mit der Welt immer schon vorausgehend und mitgängig ist; andererseits erweist es sich als das Fernste, da es als Unthematisches nie explizit wird.“
Tja... Heidegger war schon immer schwer verständlich.
Ich kann seine Texte noch so oft lesen; sie ergeben für mich überhaupt keinen Sinn.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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#224 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von closs » Di 29. Sep 2015, 23:15

Pluto hat geschrieben:Schon die alten Griechen glaubten nicht daran.

Nichts ist so beständig wie der Wandel.
Moooment: DIE Griechen gibt es erst mal gar nicht. - Und wenn Heraklit damit das "Dasein" gemeint hat, hat er auch unter platonischen Gesichtspunkten recht.

Pluto hat geschrieben:Ich kann seine Texte noch so oft lesen; sie ergeben für mich überhaupt keinen Sinn.
Man muss sich in sein System einlesen - das ist richtig. - Aber was ich da von ihm zitiert habe, ging mir beim ersten Lesen wie Öl runter. - Da steht mehr drin, als wir hier auf die Reihe kriegen wollen.

Savonlinna hat geschrieben:Bezogen auf das, was ich thematisiert habe: "um etwas ganz Selbstverständliches zu erklären."
Das, was Du erklärt hast, war wirklich einfach und verständlich - aber jetzt: Wo ist die Schlussfolgerung? Und da habe ich versucht, eine zu ziehen.

Savonlinna hat geschrieben: Insofern ist Sprache ein Kleisterer


Sprache im Allgemeinen nicht, aber Deine Sprache.
Es fällt mir schwer, meine Denkmuster in ein übliches Verständnis zu übersetzen - da habe ich wirklich Probleme. - Wie verstehst Du meine Heidegger-Zitate? - Für mich sind sie glasklar - selbst wenn es meine eigene Klarheit sein sollte und er nicht das selbe meint, was ich verstehe.

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#225 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von closs » Di 29. Sep 2015, 23:23

JackSparrow hat geschrieben:Die Naturwissenschaft akzeptiert die Existenz nicht greifbarer Dinge und bezeichnet solche Dinge als sogenannte "Utopien"
Du nennst also Utopien als "existent" - demnach gäbe es Existenz, die nicht real (in Deinem Sinne) ist?

JackSparrow hat geschrieben:Eine mögliche Hypothese wäre beispielsweise, dass solche Menschen einfach etwas kreativer sind als der Rest der Menschheit.
Kreativ sein, heisst selbst erschaffen. - Dir scheint der Gedanke fremd zu sein, dass man nicht nur er-finden, sondern auch finden könnte, nicht wahr?

JackSparrow hat geschrieben: Sie passen in jeder Situation und verhindern den Aufwand, der entstünde, wenn man den korrekten Fachbegriff erst im Fremdwörterbuch nachschlagen müsste.
Der Begriff "Geist" ist derart heterogen besetzt (fängt beim Alkohol an, geht über ein Gespenst mit Betttuch, das "Huhu" macht, und endet beim Satz "Gott ist Geist"), dass dieser Weg nichts bringt (es sei denn, man schreibt eine Dissertation zum Thema "Bedeutungen von 'Geist' seit 1000 v. Chr. bis heute").

Mit "Geist" ist hier - wie mehrfach erwähnt - das gemeint, von dem das Dasein Ableitung/Ableger/Ebenbild ist. - Lässt man sich nicht auf dieses Modell ein, sollte man bei Alkohol und einem Gespenst mit Betttuch, das "Huhu" macht, bleiben - aber das passt dann nicht zum Thread.

JackSparrow hat geschrieben:Dies lässt sich bedauerlicherweise nur noch mit Hilfe eines spirituellen Mediums bewerkstelligen.
Vielen Dank für den Hinweis - ich dachte, er lebt noch. - Aber vielleicht hat er ja Bücher hinterlassen, die erklären, was hinter den etwas holzschnittartigen Zitaten hier auf dem Forum steckt.

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#226 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von Savonlinna » Di 29. Sep 2015, 23:53

closs hat geschrieben:
JackSparrow hat geschrieben: Eine mögliche Hypothese wäre beispielsweise, dass solche Menschen einfach etwas kreativer sind als der Rest der Menschheit.
Kreativ sein, heisst selbst erschaffen. - Dir scheint der Gedanke fremd zu sein, dass man nicht nur er-finden, sondern auch finden könnte, nicht wahr?
Hast Du schon einmal wahrgenommen, closs, dass Erfinden und Finden dasselbe ist?

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#227 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von closs » Mi 30. Sep 2015, 00:31

Savonlinna hat geschrieben:Hast Du schon einmal wahrgenommen, closs, dass Erfinden und Finden dasselbe ist?
Nein.

Ist es aus Deiner Sicht zu naiv, zu sagen:
1) Ich erfinde einen Motor im Labor.
2) Ich finde einen Ball im Gebüsch.

???

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#228 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von Savonlinna » Mi 30. Sep 2015, 00:48

closs hat geschrieben:
Savonlinna hat geschrieben:Hast Du schon einmal wahrgenommen, closs, dass Erfinden und Finden dasselbe ist?
Nein.

Ist es aus Deiner Sicht zu naiv, zu sagen:
1) Ich erfinde einen Motor im Labor.
2) Ich finde einen Ball im Gebüsch.

???
Ach so, Du meintest mit Deinem Spruch, dass man nicht nur erfinden, sondern auch finden solle, immer Motor und Ball.

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#229 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von closs » Mi 30. Sep 2015, 01:03

Savonlinna hat geschrieben:Ach so, Du meintest mit Deinem Spruch, dass man nicht nur erfinden, sondern auch finden solle
Falls ich recht verstehe, ja.

Wenn ich Dich in Deiner Stadt besuchen will, dann suche ich Dich - und wenn ich Glück habe, finde ich Dich. - Er-finden kann ich Dich nicht. - Mir ist nicht ganz klar, worauf Du raus willst.

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#230 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von Savonlinna » Mi 30. Sep 2015, 01:45

closs hat geschrieben:
Savonlinna hat geschrieben:Ach so, Du meintest mit Deinem Spruch, dass man nicht nur erfinden, sondern auch finden solle
Falls ich recht verstehe, ja.

Wenn ich Dich in Deiner Stadt besuchen will, dann suche ich Dich - und wenn ich Glück habe, finde ich Dich. - Er-finden kann ich Dich nicht. - Mir ist nicht ganz klar, worauf Du raus willst.
Entschuldigung, ich muss aus Versehen in meinem Satz ein oder zwei Wörter gelöscht haben.

Ich korrigiere:
"Ach so, Du meintest mit Deinem Spruch, dass man nicht nur erfinden, sondern auch finden solle, immer nur Naturalistisches."

Und wollte damit sagen, dass ich bisher immer geglaubt habe, Dein Spruch beziehe sich auf Erkenntnis, in Deiner Sprache: "geistige" Erkenntnis.

Nachtrag:
Ich hatte ja doch vollständig meinen Satz gebildet, Du hast ihn beim Zitieren nur abgehackt.
Das hier hatte ich geschrieben:
Savonlinna hat geschrieben:Ach so, Du meintest mit Deinem Spruch, dass man nicht nur erfinden, sondern auch finden solle, immer Motor und Ball.

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