Fragen an den (die) Experten: Ontologische Differenz

Philosophisches zum Nachdenken
Pluto
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#61 Re: Hes. 10

Beitrag von Pluto » Do 8. Aug 2013, 01:57

Magdalena61 hat geschrieben:Du Armer. Jetzt hast du das echt gelesen?
Öhm ja. :oops:

Science Fiction auf biblisch.
Woher soll ich das wissen?
Ich fand mich schon gut, dass ich es als späte Zugabe der Übersetzer identifizieren konnte.


Naja, so wirds nie langweilig, weil man immer was hinzu lernt. :mrgreen:
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

Mimi
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#62 Re: Fragen an den (die) Experten: Ontologische Differenz

Beitrag von Mimi » Do 8. Aug 2013, 02:32

Ein Lattenzaun aus Holz.
Zwischen den einzelnen Latten jeweils ca. 10 cm Abstand.
Also zwischen den Latten ist 10 cm breit sozusagen nichts. Bild
Wenn die 10 cm nichts wären, dann hätten wir ein Brett.
Also muß das Nichts ja etwas sein.
Schon wg. der Differenzierung.
Nämlich
"Seiendes Nicht-Sein im Sein" (Heidegger)
Für manche ist das "Seiende Nicht-Sein halt eben nichts, für andere ist es etwas wirklich Seiendes.
"Jedes menschliche Wunschbild,
das in die christliche Gemeinschaft mit eingebracht wird,
hindert die echte Gemeinschaft und muss zerbrochen werden,
damit die echte Gemeinschaft leben kann."
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sven23
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#63 Re: Fragen an den (die) Experten: Ontologische Differenz

Beitrag von sven23 » Do 8. Aug 2013, 07:22

Mimi hat geschrieben: Ein Lattenzaun aus Holz.
Zwischen den einzelnen Latten jeweils ca. 10 cm Abstand.
Also zwischen den Latten ist 10 cm breit sozusagen nichts. Bild
Wenn die 10 cm nichts wären, dann hätten wir ein Brett.
Also muß das Nichts ja etwas sein.
Schon wg. der Differenzierung.
Nämlich
"Seiendes Nicht-Sein im Sein" (Heidegger)
Für manche ist das "Seiende Nicht-Sein halt eben nichts, für andere ist es etwas wirklich Seiendes.


Vermutlich hatte Heidegger deswegen nicht alle Latten am Zaun. :lol:
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
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#64 Re: Fragen an den (die) Experten: Ontologische Differenz

Beitrag von closs » Do 8. Aug 2013, 08:48

Pluto hat geschrieben:Das eigentliche Problem ist, dass dieser "andere Teil" gar nicht falsifizierbar ist.
Das ist das eigentliche Problem für die Naturwissenschaft - weil sie damit nicht zurechtkommt. - Das kommt mir ähnlich vor wie bei der Planck-Länge (?), unterhalb derer Naturwissenschaft so ziemlich machtlos ist (habe ich das richtig verstanden?).

Pluto hat geschrieben: Daher ist es stets ds gute Recht eines Skeptikers, für in den Raum gestellte Beahptungen eine Bestätigung in Form von zu fordern
Warum forderst Du naturwissenschaftliche Nachweise für Sachen, die (aus oft dargelegten Gründen) nicht naturwissenschaftlich nachweisbar sind?

Pluto hat geschrieben:weil der Vorwurf der Ideologisierung in beide Richtungen wirksam ist
Klar - auch ich setze etwas Unbeweisbares voraus und messe die Welt danach. - Nur wechsle ich wenigstens die Systeme, indem ich den Sachverhalt sowohl unter naturwissenschaftlichen als auch unter geistige Gesichtspunkten beleuchte. Deshalb ist das "Was-wäre-wenn-Deine-Setzung-stimmen-würde?" ja so interessant. - Du aber weigerst Dich, meiner Setzung überhaupt den Realitätsanspruch zuzugestehen - das meine ich mit "Ideologie".

Pluto hat geschrieben:aber kannst du mir dann zeigen woraus diese Realität besteht?
Wenn wir "diese Realität" foren-gerecht einmal auf Gott beziehen, kann man (ist auch schon oft geschehen) eine Menge diesbezüglich zeigen. - Wenn Du aber voraussetzt (!!!), dass Geist ausschließlich Folge von Materie ist, wirst Du zwingend daraus schlussfolgern (müssen), dass Gott ein Ableger von Materie ist. Und damit kommst Du aus Deinem Karussell nicht raus.

Mimi hat geschrieben:"Seiendes Nicht-Sein im Sein" (Heidegger)
Ja- das ist die Definition für "Loch", die bei Adorno nach meiner Erinnerung lautet: "Partielle Negation einer absoluten Totalität" :lol: . - Ganz nebenbei: Wir haben zuhause eine Methode gefunden, Löcher zu entfernen: Jedes Mal wenn ein Kleidungsstück ein Loch hat, kaufen wir beim Zoohandel Motten, die meine Frau dann an den Rand des Loches setzt. Die Löcher sind dann normalerweise nach einigen Tagen weg, weil Motten Löcher fressen. 8-)

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#65 Re: Fragen an den (die) Experten: Ontologische Differenz

Beitrag von Mimi » Do 8. Aug 2013, 14:53

Hallo sven23 und closs,
Aus - mir unerklärlichen Gründen - betrachtete schon mein Physik-u.Mathe-Lehrer
meinen Wissensstand in den genannten Bereichen als Nicht-Seiend.
Viel Spaß noch beim Diskutieren! :Herz: Bild
LG
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#66 Re: Fragen an den (die) Experten: Ontologische Differenz

Beitrag von Magdalena61 » Do 8. Aug 2013, 16:18

Mimi hat geschrieben:...meinen Wissensstand in den genannten Bereichen als Nicht-Seiend.
.... wir sind halt noch normal :angel: :silent: .
LG
God bless you all for what you all have done for me.

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#67 Re: Fragen an den (die) Experten: Ontologische Differenz

Beitrag von Pflanzenfreak » Do 8. Aug 2013, 17:10

Mimi hat geschrieben:Die Annahme, ein spekulativ angenommenes Seiendes sei nicht seiend, da sein Sein in der realen
Wahrnehmung als nicht nicht seiend erscheint – macht mich unruhig.
Du hast es perfekt genau auf den Punkt gebracht.

Als Schwabe verstehe ich mehr von seihen als von Seienden. :lol:

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#68 Re: Fragen an den (die) Experten: Ontologische Differenz

Beitrag von Pluto » Fr 9. Aug 2013, 00:28

closs hat geschrieben:Warum forderst Du naturwissenschaftliche Nachweise für Sachen, die (aus oft dargelegten Gründen) nicht naturwissenschaftlich nachweisbar sind?
Du kannst es auch in jedem anderen System, mit der Methodik deiner Wahl, nachweisen, solange du die Methodik erklärst.
Nur ein Nachweis sollte es halt schon sein...


Du aber weigerst Dich, meiner Setzung überhaupt den Realitätsanspruch zuzugestehen - das meine ich mit "Ideologie".
Sobald du die Realität der Setzung nachgewiesen hast, schauen wir weiter.

Pluto hat geschrieben:aber kannst du mir dann zeigen woraus diese Realität besteht?
Wenn wir "diese Realität" foren-gerecht einmal auf Gott beziehen, kann man (ist auch schon oft geschehen) eine Menge diesbezüglich zeigen.[/quote]Ja? Was denn zum Beispiel?

Jedes Mal wenn ein Kleidungsstück ein Loch hat, kaufen wir beim Zoohandel Motten, die meine Frau dann an den Rand des Loches setzt. Die Löcher sind dann normalerweise nach einigen Tagen weg, weil Motten Löcher fressen. 8-)
Ach, das mach ich immer mit der Schere. Da muss man nicht erst zwei Tage warten. :P
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#69 Re: Fragen an den (die) Experten: Ontologische Differenz

Beitrag von Pluto » Fr 9. Aug 2013, 00:42

Mimi hat geschrieben:Ein Lattenzaun aus Holz.
Zwischen den einzelnen Latten jeweils ca. 10 cm Abstand.
Also zwischen den Latten ist 10 cm breit sozusagen nichts. Bild
Wenn die 10 cm nichts wären, dann hätten wir ein Brett.
Hi Mimi,
Wenn ich dich richtig verstehe, willst du mir sagen, dass ein Lattenzaun eigentlich ein Lochbrett ist?
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#70 Re: Fragen an den (die) Experten: Ontologische Differenz

Beitrag von closs » Fr 9. Aug 2013, 01:12

Pluto hat geschrieben:Nur ein Nachweis sollte es halt schon sein...
Man kann es bei entsprechender Setzung (!) - also wie überall - relativ leicht schlüssig "nachweisen". Nur scheint mir das "qed" kein Nachweis zu sein, sondern eher die logische Fortschreibung einer Setzung. Also eher Übungssache.

Pluto hat geschrieben:Sobald du die Realität der Setzung nachgewiesen hast
Siehe oben - nur logisch aufgrund einer Setzung - also deduktiv.

Pluto hat geschrieben:Ja? Was denn zum Beispiel?
Zum Beispiel, dass es verschiedene Realitätsebenen gibt - aber das war ja die Setzung. - Wir kommen vom Deduktiven nicht weg. - Den eigentlichen Sinn sehe ich darin, dass man damit das Dasein als solches und aus seinem Woher und Wohin schlüssig erklären kann - das kann Naturwissenschaft nicht, weil sie andere Aufgaben hat.

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