Das Bohm/de Broglie Modell

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Pluto
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Das Bohm/de Broglie Modell

Beitragvon Pluto » Mo 6. Nov 2017, 16:59

Ich habe darüber etwas nachgedacht. Nachdem die Kopenhagener Deutung in der Quantenphysik — die Wahrscheinlichkeitsinterpretation der Schrödinger-Gleichung als fehlerhaft angesehen wird — weil es laut John Bell offenbar keine lokale versteckte Parameter gibt, habe ich nach einer Interpretation der QM gesucht, die die Vorhersagen bestätigt, und bin auf das alte Bohm/de Broglie Modell gestoßen.
Von diesem Modell wird z.B. das Doppelspalt Experiment, sowie die Verschränkung optimal erklärt. Was das Modell nicht kann: die Gravitation integrieren.

Das können aber alle anderen Modelle auch nicht. Ich frage mich, warum das Bohm/de Broglie Modell nicht wesentlich populärer ist.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

Agent Scullie
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Re: Das Bohm/de Broglie Modell

Beitragvon Agent Scullie » Di 7. Nov 2017, 11:44

Pluto hat geschrieben:Ich habe darüber etwas nachgedacht. Nachdem die Kopenhagener Deutung in der Quantenphysik — die Wahrscheinlichkeitsinterpretation der Schrödinger-Gleichung als fehlerhaft angesehen wird — weil es laut John Bell offenbar keine lokale versteckte Parameter gibt, habe ich nach einer Interpretation der QM gesucht, die die Vorhersagen bestätigt, und bin auf das alte Bohm/de Broglie Modell gestoßen.
Ähm... wegen des Aspect-Experiments, durch das die Gültigkeit der Bellschen Ungleichung bestätigt wurde, wird nicht die Kopenhagener Deutung als fehlerhaft angesehen, sondern die Deutung der lokalen verborgenen Parameter. Die Kopenhagner Deutung hat mit der Bellschen Ungleichung kein Problem.

Pluto hat geschrieben:Von diesem Modell wird z.B. das Doppelspalt Experiment, sowie die Verschränkung optimal erklärt. Was das Modell nicht kann: die Gravitation integrieren.

Das können aber alle anderen Modelle auch nicht. Ich frage mich, warum das Bohm/de Broglie Modell nicht wesentlich populärer ist.
Die anderen Interpretation können zwar nicht die ART, also die Theorie der Gravitation, integrieren, wohl aber die SRT. Daran scheitert die De-Broglie-Bohm-Theorie, weil sie zum einen explizit von überlichtschnellen Signalübertragungen ausgeht und zum anderen keine Prozesse beschreiben kann, bei denen Teilchen erzeugt oder vernichtet werden. Solche Prozesse beschreibt man üblicherweise mit der Quantenfeldtheorie, in der Teilchen als sekundäre, von Feldern abgeleitete Objekte verstanden werden, und es ist unklar, ob und wie die De-Broglie-Bohm-Theorie auf die Quantenfeldtheorie übertragen werden kann.

Was häufig gegen die De-Brogle-Bohm-Theorie eingewandt wird, ist, dass die Bohmschen Trajektorien unbeobachtbar sind und deswegen als überflüssige Zusatzannahme angesehen werden können. Auch ist es durch die Unbeobachtbarkeit der Trajektorien nicht möglich, die Bewegungsgesetze, denen die Teilchen auf diesen Trajektorien gehorchen, experimentell zu überprüfen.

Für eine Übersicht über Einwände gegen die De-Brogle-Bohm-Theorie siehe hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/De-Brogli ... rie#Kritik

Zur Erweiterung der De-Brogle-Bohm-Theorie auf die Quantenfeldtheorie wird da z.B. der Ansatz genannt, statt klassischer Teilchenbahnen klassische Felder als verborgene Parameter einzuführen, und darauf verwiesen, dass dieser Ansatz bislang nur für bosonische Felder funktioniert.
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Re: Das Bohm/de Broglie Modell

Beitragvon Pluto » Di 7. Nov 2017, 13:21

Agent Scullie hat geschrieben:Zur Erweiterung der De-Brogle-Bohm-Theorie auf die Quantenfeldtheorie wird da z.B. der Ansatz genannt, statt klassischer Teilchenbahnen klassische Felder als verborgene Parameter einzuführen, und darauf verwiesen, dass dieser Ansatz bislang nur für bosonische Felder funktioniert.
Stimmt. Der Widerspruch zur QFT scheint mir die einzige wirkliche Hürde der De-Broglie-Bohm-Theorie zu sein, sowie die Tatsache, dass Physiker sich eher an die QFT halten. Bleibt das Problem der Verschränkung (Einsteins "spukhafte Fernwirkung"), was im Einklang mit der die De-Broglie-Bohm-Theorie ohne Weiteres fertig wird (globale versteckte Variablen).
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.


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