Abraham, der Stammvater Israels

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PeB
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Re: Abraham, der Stammvater Israels

Beitrag von PeB » Mo 14. Jan 2019, 20:30

ProfDrVonUndZu hat geschrieben:
Mo 14. Jan 2019, 17:15
Die Komposition ist wohl typisch westsemitisch, aber ansonsten sind die Wurzeln auch im biblischen Hebräisch üblich.
Nein, darum geht's mir nicht. Sondern darum, dass der Begriff "westsemitisch" ist, aber gleichzeitig einem "östlichen" Mondgott zugeordnet werden soll.

Warum sollte die "westsemitische" Bezeichnung "erhabener Vater" einem babylonischen Mondgott zugeordnet werden?
Doch nur, um wieder irgendetwas aus der Bibel diskreditieren zu können. Sonst sehe ich keinen Grund.
Deine Worte sind mein Leben. Ich freue mich von Herzen, wenn du mit mir redest, denn ich gehöre ja dir, Herr, du Allmächtiger. (Jeremia 15,16)

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Travis
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Re: Abraham, der Stammvater Israels

Beitrag von Travis » Mo 14. Jan 2019, 20:46

Gibt es einen Hintergrund zu Albert Wittine? Außer einem Artikel in der Zeit habe ich nichts gefunden. Bevor ich mir die Mühe mache Fachleute zu befragen, wäre das mal interessant.
1Sam 3,9b "Rede, HERR, denn dein Knecht hört."

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ProfDrVonUndZu
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Re: Abraham, der Stammvater Israels

Beitrag von ProfDrVonUndZu » Mo 14. Jan 2019, 21:50

PeB hat geschrieben:
Mo 14. Jan 2019, 20:30
Nein, darum geht's mir nicht. Sondern darum, dass der Begriff "westsemitisch" ist, aber gleichzeitig einem "östlichen" Mondgott zugeordnet werden soll.
Im Westen wird man auch die Götter des Ostens gekannt haben.
Warum sollte die "westsemitische" Bezeichnung "erhabener Vater" einem babylonischen Mondgott zugeordnet werden?
Warum von einem Synonym gesprochen wird, ist mir auch nicht klar. Ich bin jetzt einfach mal davon ausgegangen, dass diese Behauptung stimmt. Den Mond generell zum hohen Vater zu machen, müsste irgendwie belegt sein. Egal in welcher Sprache. Wenn das irgendwie belegt ist, könnte man daran auch herleiten, dass das von umliegenden Kulturen übernommen wurde, oder mindestens bekannt war.
Die Q(uellen)-Hypothese ist keine Lösung für ein Problem, sondern eine Quelle von Problemen, für die es keine Antwort gibt als zusätzliche Hypothesen.“ - Eta Linnemann

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PeB
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Re: Abraham, der Stammvater Israels

Beitrag von PeB » Di 15. Jan 2019, 07:38

ProfDrVonUndZu hat geschrieben:
Mo 14. Jan 2019, 21:50
PeB hat geschrieben:
Mo 14. Jan 2019, 20:30
Nein, darum geht's mir nicht. Sondern darum, dass der Begriff "westsemitisch" ist, aber gleichzeitig einem "östlichen" Mondgott zugeordnet werden soll.
Im Westen wird man auch die Götter des Ostens gekannt haben.
Dann sollte aber nicht von Nanna reden. Das WIRKT dann zumindest unseriös.
Nanna entspricht bei den Hurritern war Kušuḫ, bei den Ugaritern Jarich. Bei den Hethitern und Luwiern hieß der Mondgott Arma.
ProfDrVonUndZu hat geschrieben:
Mo 14. Jan 2019, 21:50
Warum sollte die "westsemitische" Bezeichnung "erhabener Vater" einem babylonischen Mondgott zugeordnet werden?
Warum von einem Synonym gesprochen wird, ist mir auch nicht klar. Ich bin jetzt einfach mal davon ausgegangen, dass diese Behauptung stimmt. Den Mond generell zum hohen Vater zu machen, müsste irgendwie belegt sein. Egal in welcher Sprache. Wenn das irgendwie belegt ist, könnte man daran auch herleiten, dass das von umliegenden Kulturen übernommen wurde, oder mindestens bekannt war.
Ist mir nicht einsichtig.
Warum bezieht man ihn nicht auf Anu, Enlil, Ea, Sin oder Samas (den Sonnengott)?

Die Mondsichel als Symbol spielt eine wichtige Rolle bei Nanna; ich kann sie bei Abraham oder generell bei biblischen Gestalten aber nicht ausmachen.
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janosch
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Re: Abraham, der Stammvater Israels

Beitrag von janosch » Di 15. Jan 2019, 09:03

Pluto hat geschrieben:
Mo 14. Jan 2019, 10:23
Eine etymologische Ableitung des Namens "Abraham" aus dem Hebräischen existiert nicht. Die Form "Abram" erscheint in der Bibel nur in Genesis 11,26 - 17,5, Nehemia 9,7 und 1.Chronik 1,26. Ansonsten erscheint überall gleichbleibend der Name Abraham, der auch von sonst keinem anderen biblischen Protagonisten getragen wird. Es existiert ferner auch keine außerbiblische Namensparallele. In akkadischen Keilschrifttexten des 19. Jahrhunderts v.u.Z. finden sich "A-ba-am-ra-ma", "A-ba-ra-ma" oder auch "A-ba-am-ra-am". Im Ugaritischen findet sich "Abrm", doch dies wurde wahrscheinlich wie "A-bi-ra-mi" ausgesprochen. Es gibt keinerlei Beweise, dass Abram eine Kurzform für Abirami gewesen wäre. Betrachten wir "Abram" aber als einen zusammengesetzten Namen, so könnte das erste Namenselement von "ab" abgeleitet werden, dem bekannten semitischen Terminus für "Vater". Der zweite Namensbestandteil könnte entweder aus dem akkadischen "ra amu" hergeleitet werden, was so viel wie "lieben" bedeuten würde. Wahrscheinlicher für das zweite Namenselement wäre aber die westsemitische Wurzel "rwm" für "erhöht sein". "Erhöhter Vater" wäre meiner Meinung nach die beste Übersetzung für "Abram" und somit nichts anderes als ein Synonym für den Mondgott Nanna.
Aus: Biblische Mythen von Albert Wittine.

Was hält ihr von dieser Darstellung, die Abraham dem Mondgott "Nanna" gleichsetzt?
JA, es gibt ein Sinn daran, nur Synonym aber dennoch, wenn du diese Bibel Verse liest dann verstehst du auch, was könnte bedeuten.

Schöpfung....
16.
Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne.


Synonym...

17.
will ich dein Geschlecht segnen und mehren wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres, und deine Nachkommen sollen die Tore ihrer Feinde besitzen;
18.
und durch dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast.


Ja, kann man sagen, Herr oder „Vater“ den (Völker) Sternen...Nur sollte/dürfte nicht anbeten!

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Re: Abraham, der Stammvater Israels

Beitrag von Pluto » Di 15. Jan 2019, 10:32

PeB hat geschrieben:
Mo 14. Jan 2019, 16:41
Ich verstehe nicht, wie sich aus einem ugaritischen und einem westsemitischen Namensbestandteil ein elamischer Mondgott ableiten lässt.
Siehe Beitrag von unserem "Prof".
PeB hat geschrieben:Sehr weit hergeholt.
Stimmt. Es ist ja auch eine Einzelmeinung — allerdings von einem Historiker.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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Re: Abraham, der Stammvater Israels

Beitrag von Pluto » Di 15. Jan 2019, 10:36

janosch hat geschrieben:
Di 15. Jan 2019, 09:03
Ja, kann man sagen, Herr oder „Vater“ den (Völker) Sternen...Nur sollte/dürfte nicht anbeten!
Nicht anbeten? Defacto betet man ihn schon an.
Abraham gilt schließlich als Stammvater aller Drei nach ihm benannten Religionen. Eine wichtige, wenn auch (meiner Meinung nach) eine mythologische Figur.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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Re: Abraham, der Stammvater Israels

Beitrag von PeB » Di 15. Jan 2019, 10:54

Pluto hat geschrieben:
Di 15. Jan 2019, 10:32
...allerdings von einem Historiker.
Ob Physiker oder Historiker. Der weiße Kittel des Verkünders macht dessen Aussage nicht automatisch zur Wahrheit. ;)
Deine Worte sind mein Leben. Ich freue mich von Herzen, wenn du mit mir redest, denn ich gehöre ja dir, Herr, du Allmächtiger. (Jeremia 15,16)

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Re: Abraham, der Stammvater Israels

Beitrag von janosch » Di 15. Jan 2019, 13:36

Pluto hat geschrieben:
Di 15. Jan 2019, 10:36
janosch hat geschrieben:
Di 15. Jan 2019, 09:03
Ja, kann man sagen, Herr oder „Vater“ den (Völker) Sternen...Nur sollte/dürfte nicht anbeten!
Nicht anbeten? Defacto betet man ihn schon an.
Dann sie sind selber schuld daran, wenn sie umirren! :lol:


Abraham gilt schließlich als Stammvater aller Drei nach ihm benannten Religionen. Eine wichtige, wenn auch (meiner Meinung nach) eine mythologische Figur.
Du kennst bereit meine Ansichten, oder? Ich sachte doch, mehrmals, wie kann man auf ein Religion ein Volkszugehörigkeit Wissenschaftlich begründen?? :roll:

Also Mythos oder Geschichte?? Ich denke wenn du Gott von Wissenschaft trennen willst dann wäre angebracht, bei jeder Gebiet, ohne ausnahmen! Kannst du das? Dann was ist mit Kopernikus oder Columbus? Und ich habe nicht mal ZU weit, bis zum Ursprung den sog. Juden gegangen bin, das sie von ein NICHT existierende Gott erfunden worden sind! :roll:

Du hast das wichtige vergessen, Wissenschaft wurde erfunden, Wissen und nicht glauben! Bedeutet, auf Deutsch... Gottes Existenz mit jedem mittel zu leugnen, und nicht beweisen!!!

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Re: Abraham, der Stammvater Israels

Beitrag von Pluto » Di 15. Jan 2019, 13:42

janosch hat geschrieben:
Di 15. Jan 2019, 13:36
Du kennst bereit meine Ansichten, oder? Ich sachte doch, mehrmals, wie kann man auf ein Religion ein Volkszugehörigkeit Wissenschaftlich begründen?? :roll:
Man kann Glaube und Religion nicht vernünftig begründen.
Das ist der Unterschied zwischen Glaube und Wissen.
janosch hat geschrieben:Also Mythos oder Geschichte?? Ich denke wenn du Gott von Wissenschaft trennen willst dann wäre angebracht, bei jeder Gebiet, ohne ausnahmen! Kannst du das?
Ja. Das kann ich.
janosch hat geschrieben:Dann was ist mit Kopernikus oder Columbus?
Was ist mit denen? Sie waren die ersten Wissenschaftler, aber sie wussten es nicht. Das Wort Wissenschaft wurde erst im 19. Jahrhundert erfunden.
janosch hat geschrieben:Du hast das wichtige vergessen, Wissenschaft wurde erfunden, Wissen und nicht glauben! Bedeutet, auf Deutsch... Gottes Existenz mit jedem mittel zu leugnen, und nicht beweisen!!!
Man kann Nicht-Existenz nicht beweisen. Deshalb liegt es an dir die Existenz Gottes nachzuweisen. Kannst du das?
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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