Länge der Schöpfungstage

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Magdalena61
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#21 Re: Länge der Schöpfungstage

Beitrag von Magdalena61 » Do 6. Jun 2013, 12:17

:) Es ist wirklich nicht leicht, da hast du Recht.
Es gibt verschiedene Theorien, wie man die beiden Schöpfungsbericht zu sehen habe.

Ich habe immer noch ein Problem mit dem Bibeltext. Und zwar deshalb: ZUERST wird berichtet, was Gott gemacht hat, und DANACH heißt es immer: "Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der x.te Tag."
Soll das den Tag im Nachhinein benennen? (Schuf Gott in der Nacht?)

Vom Sinn her ist ja wahrscheinlich schon der Tag gemeint, der in den Versen davor beschrieben wurde. Aber wenn ich das wörtlich nehme, dann bleibt einfach die Frage, wann denn der erste Tag angefangen hat.
LG
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dvdk
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#22 Re: Länge der Schöpfungstage

Beitrag von dvdk » Do 6. Jun 2013, 12:37

Magdalena61 hat geschrieben: Vom Sinn her ist ja wahrscheinlich schon der Tag gemeint, der in den Versen davor beschrieben wurde. Aber wenn ich das wörtlich nehme, dann bleibt einfach die Frage, wann denn der erste Tag angefangen hat.
LG
Als "Morgen" ist immer der Anfang, als "Abend" das Ende einer Periode gemeint. Es ist also kein 24 Std. Tag, wie wir es kennen, sondern eine bildhafte Darstellung von Perioden mit unbekannter Länge. Der erste Tag war am Anfang der Schöpfung dieser Erde.

Man könnte also auch sagen: Die Periode begann, die Periode endete, erste Periode.
Windhauch ...

Martinus
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#23 Re: Länge der Schöpfungstage

Beitrag von Martinus » Do 6. Jun 2013, 12:53

Sind wir hier einig das wir an "siebten Tag" leben?
Angelas Zeugen wissen was!

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Andreas
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#24 Re: Länge der Schöpfungstage

Beitrag von Andreas » Do 6. Jun 2013, 13:25

Ich weiß nicht so recht. Diese Sichtweise könnte allerdings mein Bedürfnis nach Ruhe :yawn: und auch meine Faulheit erklären. :oops:
Wann hätte der siebte Tag demnach begonnen? Im Rest der Bibel ist Gott dauernd am werkeln. Ist Gott denn jetzt untätig? Ich glaube eher, dass Gott auf einer anderen Zeitschiene unterwegs ist oder jenseits der Zeit, irgendwie überzeitlich.

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dvdk
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#25 Re: Länge der Schöpfungstage

Beitrag von dvdk » Do 6. Jun 2013, 14:50

Martinus hat geschrieben:Sind wir hier einig das wir an "siebten Tag" leben?
Wenn Du die letzte Periode der Menschheitsgeschichte meinst, können wir einig werden. Sie könnte erst kürzlich begonnen haben.
Windhauch ...

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seeadler
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#26 Re: Länge der Schöpfungstage

Beitrag von seeadler » So 9. Jun 2013, 17:24

Magdalena61 hat geschrieben: Es ist wirklich nicht leicht, da hast du Recht.
Es gibt verschiedene Theorien, wie man die beiden Schöpfungsbericht zu sehen habe.

Hallo Magdalene,

"grundsätzlich ist der erste "Schöpfungsbericht", das erste Kapitel so zu verstehen, dass hier Gott den Lebensreum für den Menschen schafft.
Das zweite Kapitel wiederum weist darauf hin, dass nunmehr der Mensch für diesen Lebensraum geschaffen wird. Hier wird es dann auch schon differenzierter im Detail.

Es sind also keine zwei unterschiedliche Schöpfungsberichte, sondern vollkommen unterschiedliche Perspektiven, Betrachtungsweisen.

Magdalena61 hat geschrieben:"Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der x.te Tag."
Soll das den Tag im Nachhinein benennen? (Schuf Gott in der Nacht?)

eine sicherlich berechtigte Frage mit der ich mich selbst sehr lange auseinander gesetzt habe, wenn auch schon vor zwanzig Jahren. Der für mich augenscheinliche wesentliche Punkt liegt tatsächlich in der Formulierungsweise, der Schöpfungstage. Wofür steht denn der Abend oder die Nacht in Bezug zum Menschen? Wie und "wann" wurde denn Eva erschaffen? was steht denn dazu im Schöpfungsbericht?

Wann können wir etwas erst als eine Schöpfung wahrnehmen? Welche Voraussetzungen müssen dabei alle erfüllt sein ? Es gibt hier eine ganze Reihe von Ansetzpunkten. das schöne daran ist, jeder kann dies dann auch selbst für sich herausfinden und verstehen und jenen Aha-moment für sich in Anspruch nehmen.... denn auch dann wird es Licht, wird es Tag, wenn man es verstanden hat. Wenn ich dagegen etwas aus meiner subjektiven Sicht erkläre, heißt dies noch lange nicht, dass du dabei jenen Moment ebenso erlebst und es für dich Licht wird.

Wie heißt es doch in diesem sinne vollkommen richtig "Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen. " (Joh. 1,5)

wenn du dir mal die Mühe machst und den Bibelserver nach den Begriffen Licht und Finsternis durchstöberst, wirst du in dieser Weise sehr viel erkennen, auch was die Schöpfungstage betrifft.

Gruß
Seeadler
Alles, was ich hier schreibe, verstehe ich lediglich als Gedanken und Anregungen, Inspirationen, keine Fakten! Wenn es mit tatsächlichen abgleichbaren Fakten übereinstimmt, dann zufällig.

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Kalea Solana
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#27 Re: Länge der Schöpfungstage

Beitrag von Kalea Solana » Do 13. Jun 2013, 10:48

Soweit ich weiß, drehte sich die Erde in der Urzeit sehr viel schneller. Es gab da keinen 24-Std. Tag. Der Begriff "Zeit" dürfte somit wirklich relativ und uns nur eine Orientierungsgröße sein.
Noch etwas denke ich dazu: wenn sich etwas schnell dreht, dann ist der Ton, den es erzeugt, hoch. Dreht es sich langsam, wird er tiefer. Ein Kind "dreht" sich schnell, denn seine Stimme ist höher, als die eines Erwachsenen.
Gott schuf eine "sehr gute" Erde - aber sie war noch in ihren Anfängen, in der Entwicklung, die ihr nicht, durch ihr bloßes Vorhandensein, verwehrt sein sollte.
Und deshalb glaube ich - nach wie vor - nicht, dass Adam und Eva die Sünde gebraucht hatten, um vorwärts zu kommen.
Eher glaube ich, dass auch Gott bereit und gewillt ist, dazu zu lernen, wie wir anhand von vielen Bibeltexten immer wieder erkennen. Er sanktioniert nicht stur, sondern läßt sich auch hier und da durch Bitten und Erklärungen erweichen - von einem eigenen Vorhaben abbringen, Voraussetzung ist, dass es ihm selbst keinen Schaden zufügt. Hier erfahren wir selbst in unserem Leben, dass eine Veränderung von außen für uns eine Bereicherung oder nur ein Umweg bedeuten kann, wir aber deshalb nichts wichtiges einbüßen würden.

Im Johannesevangelium steht: "Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Es sei denn daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen." - Das Wasser hat biblisch auch eine symbolische Bedeutung und meint wohl (zu allererst!) so etwas wie Empathie. Geist, ist der Verstand im Sinne von verstehen, erkennen und umsetzen.
Wenn wir also lesen: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. " Dann erkennen wir darin die Aufmerksamkeit und das Interesse Gottes, der sich aufgemacht hat, der Wirklichkeit (einem Teil seiner Gegebenheiten) Gestalt zu geben. Wir leben als Metapher in einer Welt von Metaphern - ohne deswegen unwirklich zu sein. -
Von daher glaube ich nicht, dass die Erschaffung der Welt eine Laune ein Zeitvertreib von ihm war. Und so ist es ihm ernster mit uns, als wir oft vermutet haben und zu glauben neigen.

"Und aus Abend und Morgen wurde der ... Tag" - kann bedeuten, dass wir heute noch den wahren Tag erst in der Nacht erleben, nämlich erst wenn wir zur Ruhe gekommen sind und alle Ereignisse unseres Wirkens und Schaffens Revue passieren lassen können. Denn er machte ein großes Licht am Himmel, das nannte er Tag und er machte ein kleines Licht, das nannte er Nacht. Wenn wir in Ruhe und Gelassenheit beim großen Licht des Tages angekommen sind, dann sind wir erst wirklich wir.
I amar presta aen
han mato ne nen
han mato ne chaen
a han noston ned wilith.

Manche Menschen fühlen den Regen - andere werden nur nass.

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#28 Re: Länge der Schöpfungstage

Beitrag von seeadler » Do 13. Jun 2013, 14:02

Kalea Solana hat geschrieben:
"Und aus Abend und Morgen wurde der ... Tag" - kann bedeuten, dass wir heute noch den wahren Tag erst in der Nacht erleben, nämlich erst wenn wir zur Ruhe gekommen sind und alle Ereignisse unseres Wirkens und Schaffens Revue passieren lassen können. Denn er machte ein großes Licht am Himmel, das nannte er Tag und er machte ein kleines Licht, das nannte er Nacht. Wenn wir in Ruhe und Gelassenheit beim großen Licht des Tages angekommen sind, dann sind wir erst wirklich wir.

du betreibst nicht zufälliger Weise christliche Kontemplation und oder Zen? Liest sich sehr gut, was du schreibst!

Gruß
Seeadler
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Kalea Solana
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#29 Re: Länge der Schöpfungstage

Beitrag von Kalea Solana » Do 13. Jun 2013, 16:19

seeadler hat geschrieben:
Kalea Solana hat geschrieben:
"Und aus Abend und Morgen wurde der ... Tag" - kann bedeuten, dass wir heute noch den wahren Tag erst in der Nacht erleben, nämlich erst wenn wir zur Ruhe gekommen sind und alle Ereignisse unseres Wirkens und Schaffens Revue passieren lassen können. Denn er machte ein großes Licht am Himmel, das nannte er Tag und er machte ein kleines Licht, das nannte er Nacht. Wenn wir in Ruhe und Gelassenheit beim großen Licht des Tages angekommen sind, dann sind wir erst wirklich wir.

du betreibst nicht zufälliger Weise christliche Kontemplation und oder Zen? Liest sich sehr gut, was du schreibst!

Gruß
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Nein, beides ist mir nicht geläufig - ich habe damals etwas in Astronomie herum gelesen und meinen Aszendenten erfahren. Dem zufolge bin ich ein Krebs im Krebs - wenn Dir das was sagt ;) Im chinesischen bin ich übrigens ein Affe -
Es half mir, mich selbst besser zu erkennen und so manches an mir zu akzeptieren, auch zu bemerken, dass ich noch mehr inne habe, als ich wußte. Auch ist es eine Stütze, wenn man durch einen Gegenüber mit Anforderungen oder Fragen konfrontiert wird, die über den alltäglichen Umgang hinüber reichen.
"Über den eigenen Schatten springen", nennt man das wohl.

Was ich oben angesprochen habe, ist nicht nur die Besinnung, Meditation. Auch wenn ich "zeitgemäß" darauf hinlenkte, um verständlicher zu sein.
Gedanken kommen und gehen, und wenn man alles immer bewahren wollte, beschränkte sich der Gedankenfluß nur auf einen umfassenden Kreis, darin man dann ein Zentrum ist, das ein Zentrum hat. -
Was ich oben angesprochen habe, umfaßt aber ganz und gar. Gefühle und Empfindungen sind eine Folge von Gedanken, die eine Folge von Gefühlen sind. So können Parallelen ersichtlich werden, und das Bewußtsein begreift, dass Vorgestern, Gestern und Heute nur in verschiedenen Räumen sind. "Hier und Jetzt" kann alles in Erinnerung rufen, kann Türen öffnen, kann Angst in Freude wandeln, Traurigkeit in Hoffnung -
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