Aufklärung: Neugeboren als Christ

Nichtchristen sind willkommen, wir bitten aber darum, in diesem Forum keine Bibel- und Glaubenskritik zu üben.
PeB
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#1 Aufklärung: Neugeboren als Christ

Beitrag von PeB » Sa 23. Nov 2019, 14:53

Hallo,

nach neutestamentlicher Lehre wird man dadurch Christ, dass man als "alter Mensch" stirbt und als Christ wiedergeboren wird.

Offen gesagt: ich verstehe das Konzept noch nicht so ganz.

Ich selbst kann auf kein Erlebnis zurückgreifen, das ich prägnant als Wiedergeburt bezeichnen könnte. Bin ich also kein "richtiger" Christ?
Andererseits kann ich mich an keine Zeit erinnern, in der ich nicht an Gott geglaubt hätte. Fand meine Wiedergeburt also womöglich in einer erinnerungsfernen Zeit - etwa bei der Taufe - statt?

Wie darf ich diese Wiedergeburt verstehen? Konkret oder symbolisch?

Ich wäre dankbar für Erfahrungsberichte. Wie wurdet ihr wiedergeboren und was war das für eine Art von Erlebnis?

PeB
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Spice
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#2 Re: Aufklärung: Neugeboren als Christ

Beitrag von Spice » Sa 23. Nov 2019, 17:01

PeB hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 14:53
Hallo,

nach neutestamentlicher Lehre wird man dadurch Christ, dass man als "alter Mensch" stirbt und als Christ wiedergeboren wird.

Offen gesagt: ich verstehe das Konzept noch nicht so ganz.

Ich selbst kann auf kein Erlebnis zurückgreifen, das ich prägnant als Wiedergeburt bezeichnen könnte. Bin ich also kein "richtiger" Christ?
Andererseits kann ich mich an keine Zeit erinnern, in der ich nicht an Gott geglaubt hätte. Fand meine Wiedergeburt also womöglich in einer erinnerungsfernen Zeit - etwa bei der Taufe - statt?

Wie darf ich diese Wiedergeburt verstehen? Konkret oder symbolisch?

Ich wäre dankbar für Erfahrungsberichte. Wie wurdet ihr wiedergeboren und was war das für eine Art von Erlebnis?

PeB

Die Wiedergeburt ist eine klare Entscheidung und kann nicht unbewusst stattfinden. Du bist christlich sozialisiert worden und hast den allgemeinen Glauben, den jeder an Gott hat, der sich nicht zum Atheismus bekennt, in Frage gestellt.
Der christliche Glaube benennt nur die Ursache des Leidens und des Todes - der "alte Mensch" - und die Ursache der Überwindung des Leides und des Todes - der "neue Mensch".
Der alte Mensch lebt in der Identifikation mit dem physischen Körper, der neue Mensch kann sich deshalb damit nicht mehr identifizieren, aber mit was dann? -Natürlich mit Gott, mit dem Ewigen.
Der "neue Mensch" ist "von oben", "von Gott geboren", also gleichen Geschlechts, wie Gott. Der wiedergeborene Mensch hat sich entschieden sich mit dem Ewigen zu identifizieren, Dadurch kann er mittels Selbsterkenntnis den "alten Menschen" absterben lassen.
Zu diesen Einsichten bin ich erst allmählich gekommen und jetzt fühle ich mich in der neuen Identifikation schon recht wohl. Es gibt übrigens einen hervorragenden Blog, der die verschiedensten Facetten des Lebens in der Wiedergeburt thematisiert. Ich habe auf die Schnelle jetzt nur diesen Beitrag "Die Logik der Erlösung" gefunden, der aber die hier geäußerten Gedanken tiefer erläutert.

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Travis
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#3 Re: Aufklärung: Neugeboren als Christ

Beitrag von Travis » Sa 23. Nov 2019, 20:07

PeB hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 14:53
nach neutestamentlicher Lehre wird man dadurch Christ, dass man als "alter Mensch" stirbt und als Christ wiedergeboren wird
Es findet eine geistliche Wiedergeburt statt, richtig.
PeB hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 14:53
Ich selbst kann auf kein Erlebnis zurückgreifen, das ich prägnant als Wiedergeburt bezeichnen könnte.
Da hat der Geist Gottes auch ein breites Spektrum an möglicher Aktivität.
PeB hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 14:53
Andererseits kann ich mich an keine Zeit erinnern, in der ich nicht an Gott geglaubt hätte.
Schon immer so, wie heute? Oder, anders gefragt, siehst Du Dich heute in einer persönlichen Beziehung zu dem Messias und zum Vater im Himmel oder hat sich dies im Laufe der Zeit dazu entwickelt? Ich selber kann mich auch an kein spezielles Erlebnis erinnern. Außerdem kann ich mich ebenfalls an keine Zeit erinnern, in der ich nicht an Gott glaubte. Trotzdem hat sich in meinem Verhältnis zum Vater im Himmel im Unterschied zu meiner Kindheit gravierend verändert.
PeB hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 14:53
Fand meine Wiedergeburt also womöglich in einer erinnerungsfernen Zeit - etwa bei der Taufe - statt?
Nein.
PeB hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 14:53
Wie darf ich diese Wiedergeburt verstehen? Konkret oder symbolisch?
Geistlich.
PeB hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 14:53
Bin ich also kein "richtiger" Christ?
Durchaus möglich, im Forum schwer von externer Seite festzustellen. Man könnte einige Bereich abklopfen, wobei Du sie Dir selber beantworten musst.
Ich weiß, dass ich nicht einmal weiß das ich nichts weiß.

Abischai
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#4 Re: Aufklärung: Neugeboren als Christ

Beitrag von Abischai » Sa 23. Nov 2019, 20:31

Hallo PeB !

Wenn Du diese Frage hier im Forum stellst, stelle sie doch genauso direkt Gott selbst, ich bin überzeugt daß das für Gott ein sehr spannendes und schönes Thema ist, weil sein Ziel ist, daß Du von neuem geboren sein sollst. Ob Du das bist? Nun, wenn Du das nicht weißt, dann bist Du das auch nicht, meine ich. Denn der Geist Gottes in einem Menschen, bezeugt genau die Gotteskindschaft, deren man sich dann sicherer ist, als der Kindschaft zu den eigenen leiblichen irdischen Eltern.

Die Neue Geburt bedeutet, daß der Mensch den Heiligen Geist Gottes empfängt. Das ist eigentlich ganz einfach. Und das kann der Mensch nicht machen, er kann es in gewisser Weise mit sich machen lassen oder sich dagegen sträuben. Aber wer halbwegs bei Verstand ist, wird das nicht ablehnen.

Gott, der Vater zieht die Menschen hin zu Jesus, so steht es in der Theorie geschrieben. Wie das konkret aussieht ist, daß ich im Zuge eines Lichbildervortrages damals als 13-jähriger plötzlich (also wirklich mit einem Ruck) Jesus mit ganz anderen Augen sah, ihn erkannte als den wirklich Lebendigen. Das hat mich völlig umgegraben, ich habe Rotz und Wasser geheult, bei der Kindertante um Beichtaudienz gebeten. Die hat mich dann erst mal schlafen geschickt, wohlweislich, daß es, so es keine Momentsache sei, am lichten Morgen noch immer so wäre.
Und so war es. Ich war wirklich völlig von neuem geboren (hat sich unbeschreiblich angefühlt).
Und seit dem waren mir bis dato selbstevrständliche Dinge plötzlich ein absolutes NoGo, und bisher peinliches eine freudige Norm.

Den Namen "Jesus" zu bekennen, zu nennen und zu bezeugen und freudig zu loben, das ist schwer, weil man da von außen geistliche Kälte widerfährt. Daran scheiden sich die Geister.

Die Taufe kam dann irgendwann später, die gehört dazu, aber das war nur ein "Kleid", der Kern war bereits neu. Ich kann das Phänomen nur schlecht beschreiben, das ist eben wirklich unbescheiblich. Aber jetzt sage ich nicht nur so daher "Herr Jesus", sondern ich weiß, daß er MEIN Herr ist, und Gott wirklich und echt MEIN Vater ist.

Das ist neu. Das gab es vorher nicht. Da konnte ich als unbeteiligter intellektuell von dem "Herrn Jesus" reden, aber ohne wirklich zu wissen, daß er MEIN Herr wäre, er war es eben nicht wirklich, bis zu jenem Tage...

Halleluja !

Noch eine Testfrage: Würdest Du für den Herrn Jesus in den Tod gehen, ohne groß darüber nachzudenken? Ich auf jeden Fall. Bei anderen Sachen wäre ich zögerlich, aber wenn es um Jesus geht, dann nicht.
Meine Hilfe kommt von Jahweh, der Himmel und Erde gemacht hat. [Ps 121;2]

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AlTheKingBundy
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#5 Re: Aufklärung: Neugeboren als Christ

Beitrag von AlTheKingBundy » Sa 23. Nov 2019, 20:48

PeB hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 14:53
nach neutestamentlicher Lehre wird man dadurch Christ, dass man als "alter Mensch" stirbt und als Christ wiedergeboren wird.

Offen gesagt: ich verstehe das Konzept noch nicht so ganz.

Verständlich, es nicht zu verstehen. Jeder versteht darunter etwas anderes. Ich bezweifle sowieso, dass dies heute noch möglich ist (wenn darunter überhaupt etwas wie ins Christsein geboren gemeint sein sollte), es sei denn, man redet es sich ein. Und diejenigen, die es laut herausposaunen, kann ich sowieso nicht ernst nehmen. Wir haben kein Pfingstereignis, wir haben keine Gaben, keine Prophetie, keine "Zungenrede", können keine Toten auferwecken, also wie will man sich mit den in der Bibel geschilderten Christen vergleichen können?

PeB hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 14:53
Ich selbst kann auf kein Erlebnis zurückgreifen, das ich prägnant als Wiedergeburt bezeichnen könnte. Bin ich also kein "richtiger" Christ?

Du bist ein an Christus glaubender, was willst Du mehr?

PeB hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 14:53
Wie darf ich diese Wiedergeburt verstehen? Konkret oder symbolisch?

Ich denke, mit der Wiedergeburt in den Evangelien ist die Auferstehung gemeint:

Mt 19,28 Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auch ihr werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen wird, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
Beste Grüße, Al

Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
(Albert Einstein, 1879-1955)

Mimi
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#6 Re: Aufklärung: Neugeboren als Christ

Beitrag von Mimi » Sa 23. Nov 2019, 22:50

PeB hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 14:53
PeB hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 14:53
Andererseits kann ich mich an keine Zeit erinnern, in der ich nicht an Gott geglaubt hätte.
          ....Ich selbst kann auf kein Erlebnis zurückgreifen, das ich prägnant als Wiedergeburt bezeichnen könnte.
Ach PeB …. da bist Du nicht alleine.
So ist es auch bei mir. Ich konnte und kann mir nichts ohne Gott vorstellen.
Bin so aufgewachsen.
Ich denke, man muss da auch einen großen Unterschied machen zwischen
jemand, der zunächst nicht gläubig war oder in einem Umfeld aufwuchs, wo Glaube kein
Thema war - und dann später dazu kam oder
auch zu einem Christ, welcher es erstmal nur  so auf dem Papier war.
Das kann dann durchaus mit einem beeindruckenden  „Aha-Erlebnis“ einhergehen.
Die Gruppe, denen es so geht,  können sich das dann wahrscheinlich nicht oder kaum anders vorstellen.
Ich kann bei mir einfach nur sagen, dass der  Glaube  vom Kind zur Erwachsenen sich weiter entwickelt hat, nämlich in dem Sinne,
wie sich ein Kind eben normalerweise zum Erwachsenen-Sein fortbewegt.
Natürlich gab es Höhen und Tiefen – aber er war immer da!
Schon bei meinen Eltern gab es wundersame Fügungen!
(wenn man einen Spielfilmdaraus machen wollte, hieße es sicherlich „überzeichnet, übertrieben“).
So ähnlich war es auch in meinem bisherigen Leben.
Mit dem Heranwachsen fängt man an, über vieles mehr nachzudenken, aus dem
tiefen, ehrlichen Kindesglauben wird durch mannigfaltige Erfahrung  bei guten – wie auch
nicht so tollen Geschehnissen die feste, innere Überzeugung – so man weiter vertraut und  -
ja - sich ihm anvertraut. Für mich bedeutet dies auch, dass er alle meine Regungen kennt,
auch die Negativen, ich kann ihm nichts vormachen …..er kennt meine Gedanken von ferne!  Alles trage ich ihm vor …
auch wenn ich stinksauer bin….wenn manches nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle.
Er erklärt mir dann geduldig, langmütig und liebevoll, warum/wieso/weshalb.
Nimmt allerdings manchmal „Zeit“ in Anspruch….bis ich es kapiert habe und sich mein „Groll“ durch Einsicht gelegt hat.
AlTheKingBundy hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 20:48
Du bist ein an Christus glaubender, was willst Du mehr?
:thmpup:

 
"Jedes menschliche Wunschbild,
das in die christliche Gemeinschaft mit eingebracht wird,
hindert die echte Gemeinschaft und muss zerbrochen werden,
damit die echte Gemeinschaft leben kann."
Dietrich Bonhoeffer

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1Johannes4
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#7 Re: Aufklärung: Neugeboren als Christ

Beitrag von 1Johannes4 » So 24. Nov 2019, 01:48

Hallo PeB,

 
Wie erlebt man die Wiedergeburt ?

Die Art und Weise, wie ein Mensch seine Wiedergeburt erlebt, ist oft verschieden. Manche Menschen werden von starken Gefühlen überwältigt, bei anderen wiederum ist das gar nicht oder erst später der Fall. Das Resultat ist aber immer dasselbe: 
Du erhältst eine 100%-ige Gewissheit, dass Du errettet bist, d.h. Du bist absolut sicher, dass Gott Dir Deine Sünden vergeben hat, und dass Du das ewige Leben hast, und dass Du von jetzt an ein Kind Gottes bist (Römer 8,16). Ein wunderbarer Friede, den Dir nur Gott geben kann, erfüllt Dein Herz. Wenn jemand die Wiedergeburt wirklich erlebt hat, wird er nie mehr an diesen Tatsachen zweifeln.
Im Gegensatz zur Bekehrung ist die Wiedergeburt kein Prozess, sondern ein bestimmter Moment im Leben eines Menschen, in dem er vom geistlichen Tod zum eigentlichen Leben durchbricht (Johannes 5,24).
Quelle:  www.wiedergeboren.ch/wiedergeboren.html

Auch die anderen Antworten auf Fragen zur Wiedergurt auf dieser Seite sind meiner Ansicht nach durchaus lesenswert.

Grüße,
Daniel.

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Helmuth
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#8 Re: Aufklärung: Neugeboren als Christ

Beitrag von Helmuth » So 24. Nov 2019, 06:39

PeB hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 14:53
Ich selbst kann auf kein Erlebnis zurückgreifen, das ich prägnant als Wiedergeburt bezeichnen könnte. Bin ich also kein "richtiger" Christ?
Wenn du es heute noch nicht weißt, niemand anderer kann es für dich wissen. Dann müsste man daraus schließen, dass du es nicht bist, aber WISSEN kann ich es nicht, allein der HG und du können das. Ich kann nur für dich beten, dass der Herr aufzeigt, was Sache ist, sehe es aber wie Abischai. Frag nicht das Forum, frag Gott.

Es ist ja eine höchst sowohl persönliche als auch intime Sache. Betrachten wir dazu die natürliche Geburt als Gottes Abbild. Zum Zeitpunkt der Geburt weiß das Baby noch nicht, dass es geboren wurde. Real wissen es aber die Eltern. Und wäre es eine Totgeburt, wüssten sie das auch. Nehmen wir aber den Gutfall, wie es ja Gottes Wille für alle Menschen ist.

Mit der Zeit entwickelt sich dein Geist heran. Die Eltern legen Zeugnis ihrer Elternschaft ab. Dein eigener Geist bezeugt es dir irgendwann auch und dann weißt du es einfach. So seid ihr in geistlicher Gemeinschaft verbunden und die Eltern erziehen dich nun zur Mannesreife und du lässt das auch zu.

Den exakten Zeitpunkt der Bewusstwerdung deiner wahren Kindschaft wirst du schwer angeben können, nur dass das mittlerweile nicht mehr in Frage gestellt werden kann.
Römer 8,16 hat geschrieben: Der Geist selbst bezeugt zusammen mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.
Bei Gott dem Vater ist es nicht anders. Er bezeugt durch den HG in deinem Geist selbst, dass du sein Kind geworden bist. Und das wird dir mit der Zeit immer klarer und gewisser. Dein Glaube bezeugt es dir wiederum selbst. Gott ist dein Vater geworden, du bist sein Sohn geworden.

PeB hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 14:53
Andererseits kann ich mich an keine Zeit erinnern, in der ich nicht an Gott geglaubt hätte. Fand meine Wiedergeburt also womöglich in einer erinnerungsfernen Zeit - etwa bei der Taufe - statt?
Bei manchen ist es mit einem markanten Ereignis verbunden, wie bei mir der Fall, aber Bedingung ist es nicht, sondern etwas anderes ist maßgeblich.

Glaube allein ist hierin auch nicht der Maßstab, sondern dass einen der Heilige Geist der Sünde überführt und man diese bekannt hat. Dazu müssen auch konkrete Schritte zur Umkehr sichtbar gesetzt werden.

Deshalb wies Johannes der Täufer die Unbußfertigen von seiner Taufe sogar sehr schroff ab. Das kann man real damit vergleichen, dass ihnen der Heilige Geist ohne die klar erkennbare Umkehrbereitschaft die Erneuerung verweigerte.

Glaube ohne Buße und Umkehr ist also wertlos. Es genügt auch nicht nur zu sagen, ok, ich bin ein Sünder. Das tun religöse Heuchler andauernd und sündigen einfach weiter. Hierin musst du dich selbst überprüfen. Auch das kann niemand anderer für dich tun.
Herzliche Grüße
Helmuth

Spice
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#9 Re: Aufklärung: Neugeboren als Christ

Beitrag von Spice » So 24. Nov 2019, 08:57

AlTheKingBundy hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 20:48
PeB hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 14:53
nach neutestamentlicher Lehre wird man dadurch Christ, dass man als "alter Mensch" stirbt und als Christ wiedergeboren wird.

Offen gesagt: ich verstehe das Konzept noch nicht so ganz.
Verständlich, es nicht zu verstehen.
Doch, es ist zu verstehen. Siehe mein Beitrag oben und den link.
Jeder versteht darunter etwas anderes.
Das ist wahr. Man ist ja leider in spirituellen Dingen sehr ungenau. Viele verstehen ihre Bekehrung zu Jesus, zum Glauben als Wiedergeburt.
Ich bezweifle sowieso, dass dies heute noch möglich ist (wenn darunter überhaupt etwas wie ins Christsein geboren gemeint sein sollte),
Wenn es heute nicht mehr möglich wäre, dann wäre die Menschheit verloren. Dann wäre alle Beschäftigung mit der Religion und überhaupt alles für die Katz!
es sei denn, man redet es sich ein.
Ja, man sollte darauf achten, dass man sich nichts einredet.
Wir haben kein Pfingstereignis, wir haben keine Gaben, keine Prophetie, keine "Zungenrede", können keine Toten auferwecken, also wie will man sich mit den in der Bibel geschilderten Christen vergleichen können?
Das beruht darauf, dass im Lauf der Kirchengeschichte kompetente Lehrer fehlten.
Pfingsten kann nicht rückgängig gemacht werden und der Hl. Geist ist heute noch derselbe, wie damals.
Viele sehen in den spektakulären Beglleiterscheinungen der ersten Ausgießung das Wesentliche. Das Wesentliche aber war, dass die Jünger, die Jesus erlebt hatten in die Klausur gingen und die Erlebnisse mit ihm verarbeiteten. Dadurch wurde ihnen die menschheits- und heilsgeschichtliche Bedeutung von Jesu Leben, Sterben und Auferstehung so klar, dass sie förmlich aus dem Häuschen gerieten, und diese Begeisterung äußerte sich in den bekannten Erscheinungen.
Heute müssen wir nur verinnerlichen, dass wir gleicher Natur, wie Gott/Jesus sind um die Fülle der Gaben und die verheißenen übernatürlichen Fähigkeiten zu erlangen, wobei aber widerum diese Fähigkeiten nicht das Wichtigste sind, sondern das Wachstum zur vollen Reife in Christo.

Spice
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#10 Re: Aufklärung: Neugeboren als Christ

Beitrag von Spice » So 24. Nov 2019, 09:03

Travis hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 20:07
Ich selber kann mich auch an kein spezielles Erlebnis erinnern. Außerdem kann ich mich ebenfalls an keine Zeit erinnern, in der ich nicht an Gott glaubte. Trotzdem hat sich in meinem Verhältnis zum Vater im Himmel im Unterschied zu meiner Kindheit gravierend verändert.
Dann bist Du auch kein Wiedergeborener. Dir ist nur der Glaube wichtig geworden. Das nennt man Bekehrung. Ist aber noch keine Wiedergeburt. Die erfolgt erst, wenn Du Dich mit Deiner göttlichen Natur identifizierst.

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