Kwatschsven23 hat geschrieben: In einer Einrichtung mit kirchlicher Trägerschaft sind die Angestellten naturgemäß , bzw. zwangsweise Mitglieder der Kirche.
Begleitung von Sterbenden
#11 Re: Begleitung von Sterbenden
- Savonlinna
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#12 Re: Begleitung von Sterbenden
Danke, Salome. Das ist gut.Salome23 hat geschrieben: Für die Begleiter ist es von Bedeutung, die Weltanschauung oder religiöse Überzeugung des Sterbenden zu respektieren.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sterbebegleitung
Danke ebenfalls Dir, Thomas.ThomasM hat geschrieben:Solche gibt es möglicherweise.Savonlinna hat geschrieben: Andererseits gibt es auch eine bestimmte Art von Christen, die ich genauso wenig an meinem Sterbebett haben möchte.
Allerdings sind das dann keine, die im Auftrag des ökumenischen Hospizvereins unterwegs sind. Denn diese sind, wie Salome schon betonte, verpflichtet, zu begleiten, d.h. ihre eigenen Ansichten und Meinungen zurückzustellen.
Das wurde bei dem Gottesdienst letzten Sonntag auch stark betont und als wesentliches Kernelement der Begleitung dargestellt.
Das beruhigt mich.
Wenn das gesichert ist, dann wären mir, glaube ich, Christen wie Nichtchristen, Gläubige wie Ungläubige an meinem Sterbebett willkommen.
Obwohl ich am liebsten, ehrlich gesagt, ganz alleine sterben möchte.
Die Sterbenden, die ich erlebt habe, waren ohnehin nie allein. Sie waren umgeben von unsichtbaren Wesen, sie haben mir davon erählt. Und einer von ihnen war nie je gläubig gewesen. Er sagte mir, sein Zimmer sei voll von Menschen, und er wolle mit ihnen allein sein.
In meiner Nähe baut eine Kirchengemeinde gerade ein Hospiz, unter christlichem Vorzeichen -, für mich zu Fuß erreichbar.
Ich werde mich da ein wenig schlau machen - Du hast ein Händchen dafür, Thomas, wirklich existentielle Fragen in Threads zu thematisieren.
#13 Re: Begleitung von Sterbenden
2Lena hat geschrieben:Oft passiert sowas mit der Motivation "Seelen retten". Werden da eigensüchtige Strichlisten geführt?
Du sprichst da einen wichtigen Punkt an.
#14 Re: Begleitung von Sterbenden
Es gibt wohl keine Einrichtungen mit dem offiziellen Label "atheistisches Sterbehospiz", aber es gibt auch außerkirchliche Sterbebegleitung, selbstverständlich.ThomasM hat geschrieben:Kennst du denn diese Art von Einrichtung mit einer humanistischen oder atheistischen Trägerschaft?sven23 hat geschrieben: In einer Einrichtung mit kirchlicher Trägerschaft sind die Angestellten naturgemäß , bzw. zwangsweise Mitglieder der Kirche. Ich kenne aber auch eine Menge nicht gläubiger Ärzte, Pfleger oder ehrenamtlich Engagierte in der Hospizarbeit.
Und wieso zwangsweise? Nach deiner Darstellung arbeiten besagte Menschen doch in kirchlichen Hospizvereinen mit. Ich habe nicht das soziale Engagement einzelner kritisiert, sondern die Beobachtung mitgeteilt, dass Humanisten oder Atheisten irgendwie nicht auf die Idee kommen, solche Vereine zu gründen.
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell
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#15 Re: Begleitung von Sterbenden
Es ist aber genauso Qu atsch zu behaupten, es gäbe nichts anderes als christliche Sterbebegleitung.Salome23 hat geschrieben:Kwatschsven23 hat geschrieben: In einer Einrichtung mit kirchlicher Trägerschaft sind die Angestellten naturgemäß , bzw. zwangsweise Mitglieder der Kirche.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.
#16 Re: Begleitung von Sterbenden
Hast du auch mal den geschichtlichen Hintergrund des roten Kreuzes oder der AWO oder so nachgeschaut? Insbesondere bei der AWO ist es sehr interessant, dass politisch, weltanschauliche Aspekte dahinterstehen, also eine starke soziale Komponente.sven23 hat geschrieben: Es gibt wohl keine Einrichtungen mit dem offiziellen Label "atheistisches Sterbehospiz", aber es gibt auch außerkirchliche Sterbebegleitung, selbstverständlich.
Ich denke, dass das Thema ein besonderes Manko der atheistischen Weltanschauung offenlegt, das sich auch in anderen Themen zeigt. Atheismus vernachlässigt massiv die menschliche Seite des Daseins.
Die Art und Weise, wie wir mit dem Tod umgehen und wie wir Menschen bis zum Ende in dieser Hinsicht behandeln, kennzeichnet wie "human" wir wirklich sind. Das gilt eben insbesondere gegenüber denen, die nicht mehr am evolutionären Wettbewerb teilnehmen können, sei es wegen einer Krankheit oder sei es, weil sie am Ende ihres Lebens angekommen sind.
Gott würfelt nicht, meinte Einstein. Aber er irrte. Gott nutzt den Zufall - jeden Tag.
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#17 Re: Begleitung von Sterbenden
sven23 hat geschrieben:Es gibt wohl keine Einrichtungen mit dem offiziellen Label "atheistisches Sterbehospiz", aber es gibt auch außerkirchliche Sterbebegleitung, selbstverständlich.ThomasM hat geschrieben:Kennst du denn diese Art von Einrichtung mit einer humanistischen oder atheistischen Trägerschaft?sven23 hat geschrieben: In einer Einrichtung mit kirchlicher Trägerschaft sind die Angestellten naturgemäß , bzw. zwangsweise Mitglieder der Kirche. Ich kenne aber auch eine Menge nicht gläubiger Ärzte, Pfleger oder ehrenamtlich Engagierte in der Hospizarbeit.
Und wieso zwangsweise? Nach deiner Darstellung arbeiten besagte Menschen doch in kirchlichen Hospizvereinen mit. Ich habe nicht das soziale Engagement einzelner kritisiert, sondern die Beobachtung mitgeteilt, dass Humanisten oder Atheisten irgendwie nicht auf die Idee kommen, solche Vereine zu gründen.
Wie ist es nun mit Deiner Behauptung, die ich blau gefärbt habe, sven?
Bestehst Du weiterhin darauf, oder hast Du dich da geirrt?
#18 Re: Begleitung von Sterbenden
Das ist natürlich alles richtig, aber es gibt genauso rein humanistische Organisationen, die ohne Religion genauso Gutes tun. Ich denke hier an die Krebsliga oder an "Ärzte ohne Grenzen".ThomasM hat geschrieben:Hast du auch mal den geschichtlichen Hintergrund des roten Kreuzes oder der AWO oder so nachgeschaut? Insbesondere bei der AWO ist es sehr interessant, dass politisch, weltanschauliche Aspekte dahinterstehen, also eine starke soziale Komponente.
Wer sich mal mit der Situation in den Drittländern etwas befasst, merkt sehr schnell wie sich die Hilfsorganisationen einen regelrechten Wettbewerbskampf um die Hilfeempfänger liefern. Das trifft religiöse und laizistische Organisationen gleichermaßen.ThomasM hat geschrieben:Ich denke, dass das Thema ein besonderes Manko der atheistischen Weltanschauung offenlegt, das sich auch in anderen Themen zeigt. Atheismus vernachlässigt massiv die menschliche Seite des Daseins.
Fazit: Es kommt immer auf die Gesinnung der Helfer an, nicht auf ihre religiöse Zugehörigkeit.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.
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#19 Re: Begleitung von Sterbenden
Thomas Frage bezieht sich aber auf den Tod.Pluto hat geschrieben:Das ist natürlich alles richtig, aber es gibt genauso rein humanistische Organisationen, die ohne Religion genauso Gutes tun. Ich denke hier an die Krebsliga oder an "Ärzte ohne Grenzen".ThomasM hat geschrieben:Hast du auch mal den geschichtlichen Hintergrund des roten Kreuzes oder der AWO oder so nachgeschaut? Insbesondere bei der AWO ist es sehr interessant, dass politisch, weltanschauliche Aspekte dahinterstehen, also eine starke soziale Komponente.
Sind Christen eher geneigt, sich mit Sterbenden auseinanderzusetzen als Atheisten, war seine Frage.
Ich kenne bislang die Hospizorganisationen nicht; trotz Versuch einer Recherche konnte ich per Internet nicht herausfinden, ob selbst die Hospize, die nicht von Kirchen gegründet wurden, von Christen gegründet wurden oder nicht.
Thomas möchte also offenbar wissen, ob bekennende Atheisten geneigt sind, Hospize zu gründen.
Ob das in ihr Weltbild passt.
Oder ob sie einfach sagen, nur als Beispiel, wie es so in etwa hier im Forum schon zu hören war: 'Wir als Atheisten haben keine Angst vor dem Tod, wir lösen uns halt auf, und wer Angst hat, ist selber schuld. Der soll halt Atheist werden.'
Ein solch Denkender gründet möglicherweise keine Hospize, weil er ja findet, dass Sterbende gefälligst angstfrei zu sein haben.
#20 Re: Begleitung von Sterbenden
Das ist nicht ganz richtig.Savonlinna hat geschrieben:Oder ob sie einfach sagen, nur als Beispiel, wie es so in etwa hier im Forum schon zu hören war: 'Wir als Atheisten haben keine Angst vor dem Tod, wir lösen uns halt auf, und wer Angst hat, ist selber schuld. Der soll halt Atheist werden.'
Ein solch Denkender gründet möglicherweise keine Hospize, weil er ja findet, dass Sterbende gefälligst angstfrei zu sein haben.
Richtig ist, dass der Tod erstens unausweichlich ist, und zweitens nicht weh tut. Wovor wir alle (und zu Recht) Angst haben, ist der Sterbeprozess, der oft lang ausgedehnt und schmerzhaft sein kann. Diesen Leidensweg gilt es bei der Sterbebegleitung möglichst zu lindern. Es gibt für mich keine größeres Zeichen der menschlichen Barmherzigkeit als einem Menschen in einer solchen Situation mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen und zu begleiten.
Aber Angst vor dem Tod? Warum sollte man das haben? Schließlich dauert der Tod wesentlich länger als das Leben, wie Richard Dawkins einmal bemerkte. Der Tod ist also nicht das Problem.
Wenn man so will, ist das eigentliche Problem die kurze Zeit die wir als Lebende auf der Erde verbringen, denn das Leben schafft erst die Hoffnung, dass mit dem Tod nicht alles vorbei sein könnte.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.