Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Säkularismus
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Halman
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#991 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von Halman » Mo 12. Okt 2015, 22:21

Savonlinna hat geschrieben:
Andreas hat geschrieben:Dennoch kann ich verstehen, was Tillich sagen will ohne mich in meinem abweichenden christlichen Standpunkt angegriffen zu fühlen.
Das ist gut.
Tillich eignet sich gut dafür, eine Brücke zwischen den Menschen zu bauen.
Dies mag sein, doch mit einer Einschränkung: Die Menschen müssen den philosophisch-intellektuellen Zugang aufweisen, der erforderlich ist, um Tillichs Texte zu erfassen und zu begreifen. Oder bin ich hier der Einzige, der mit Tillich intellektuell überfordert ist? Wenn dem so sein sollte, beantrage ich "Artenschutz".
Tja, ein Proton müsste man sein: Dann würde man die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf und hätte eine nahezu unendliche Lebenszeit:-) - Silvia Arroyo Camejo

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Savonlinna
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#992 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von Savonlinna » Mo 12. Okt 2015, 22:21

Andreas hat geschrieben:
Savonlinna hat geschrieben:Was meinst Du mit "Rezipient"?
Leser. Tillich ist der Autor des Textes den du zitiert hast. Jeder andere ist Leser. Das Verstehen des Textes liegt beim Leser.
Okay. Das ging mir aus Deinem Text so nicht hervor.

Andreas hat geschrieben:Das kann sich von dem, was der Autor mitteilen wollte stark unterscheiden. Das weißt du doch alles besser als ich.
Tillich hat keine dichterischen Texte geschrieben, sondern Sachtexte. Da ist die Schwankung zwischen den Rezipienten nicht so groß wie bei literarischen Texten. Außerdem stammen seine Texte aus dem 20. Jahrhundert, nicht aus der Antike, da ist der Zugang leichter.

Da er außerdem relativ viel über dieses Thema - "Gott" verstanden als menschliche existentielle Tiefe - geschrieben hat, lässt sich seine Grundidee leichter einkreisen.
Man darf freilich Texte nicht aus dem Zusammenhang reißen, das stimmt, darum habe ich auch einen Link gesetzt. Ich habe auch einige Bücher über ihn gelesen, allerdings ist das länger her.

Andreas hat geschrieben:Wie Tillich zu dem gekommen ist, was er geschrieben hat, spielt doch hierbei keine Rolle wenn es darum geht, wie unterschiedlich du und ich seinen Text verstehen.
Es spielt für das Threadthema eine Rolle.
Denn da wird ja andauernd die Frage gestellt, wie man Gott versteht.

Und dazu trägt Tillich bei, und darum habe ich ihn zitiert. Atheisten können da nicht sagen, es sei wie Pumuckl.

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Savonlinna
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#993 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von Savonlinna » Mo 12. Okt 2015, 22:24

Halman hat geschrieben:
Savonlinna hat geschrieben:
Andreas hat geschrieben:Dennoch kann ich verstehen, was Tillich sagen will ohne mich in meinem abweichenden christlichen Standpunkt angegriffen zu fühlen.
Das ist gut.
Tillich eignet sich gut dafür, eine Brücke zwischen den Menschen zu bauen.
Dies mag sein, doch mit einer Einschränkung: Die Menschen müssen den philosophisch-intellektuellen Zugang aufweisen, der erforderlich ist, um Tillichs Texte zu erfassen und zu begreifen. Oder bin ich hier der Einzige, der mit Tillich intellektuell überfordert ist? Wenn dem so sein sollte, beantrage ich "Artenschutz".
Der von mir verlinkte Aufsatz "Von der Tiefe" ist nicht schwer.

Novas
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#994 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von Novas » Mo 12. Okt 2015, 22:27

+

Samantha

#995 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von Samantha » Mo 12. Okt 2015, 22:41

Queequeg hat geschrieben:
Dann solltest du dich endlich einmal mit Inhalten an dieser Diskussion beteiligen, mit Sinn und Verstand zum Thema beitragen, dich in die thematischen Schwerpunkte mit einbringen. Und genau das verweigerst du hier permanent.
Oha, Deine Worthülsen sind dann vielversprechender? Übrigens bin ich schon ein wenig länger hier als Du und habe hier meine "Perlen" wie Minen versteckt. :mrgreen:


Wenn ich deine Beiträge lese, dann denke ich immer an eine bigotte Dame mit Dutt und Überbiss, die mir ihre religiöse "Tupperware" verhökern will, denn inhaltlich hast du nichts zu sagen, thematisch kommen von dir Nullaussagen...
Du musst mich doch auch gar nicht leiden können ... :mrgreen:
Hauptsache, ich verrenne mich nicht wie Du in einem Forum, dass für Dich irgendwie als Ersatzbefriedigung herhalten muss. Du hast es eben nötig.


... der große Rest der Christen hier übt sich in Gejammer und Gebarme ob der bösen Atheisten.

Das ist eure Bankrotterklärung, das ist das argumentative Fiasko der Christen hier selbst ...
Es gibt auch nette Atheisten - die gehen aber selten in ein Forum, um Hetze zu betreiben.


Macht es wie closs und Halman, wie Opa Klaus und auch Novalis, kämpft, setzt euch zu Wehr, unterstützt closs mit Argumenten, Handhaben und Belegen, euer Weh und Klagegeschrei, auch Samanthas frömmelndes Gezeter, das ist doch im Grunde genommen einfach nur noch würdelos und abstoßend, zeugt zuerst und immer von eurer, also eurer Willensschwachheit und Charakterlosigkeit.
Du willst kämpfende Hyänen? Ist Dir langweilig?
Wer charakterlos ist, geht in ein Forum und verteilt dann seine Bitterkeit über die angeblich so schwachen "Irren". Du wirst wohl nie aus Deinem Käfig rauskommen, und daher stört mich auch Dein Toben nicht.

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#996 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von Savonlinna » Mo 12. Okt 2015, 22:46

Novalis hat geschrieben:
Halman hat geschrieben:Oder bin ich hier der Einzige, der mit Tillich intellektuell überfordert ist?

Du kannst ruhig größere Brötchen backen bei deinem Niveau. ;)
Unterschreibe ich. :)


Nachtrag zu den Gedanken von Tillich:

Mir sind diese Gedanken erstmals in dem Buch eines anderen Autors begegnet:
"Gott ist anders" von John A.T. Robinson.
http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?_ ... ist+anders

Robinson bezieht sich auf Tillich, aber nicht nur, und Robinsons Sprache ist besonders einfach.
Ich zitiere aus dem Wikipedia-Artikel über John A.T. Robinson:
Wikipedia hat geschrieben:Noch stärker lenkte 1963 sein Buch Honest to God (deutsch: Gott ist anders) die Aufmerksamkeit auf ihn. In dem seinerzeit vielgelesenen Buch nahm er Gedanken von Paul Tillich, Rudolf Bultmann (Entmythologisierung) und Dietrich Bonhoeffer (Religionsloses Christentum) auf und entwickelte daraus einen eigenen theologischen Ansatz. Die Vorstellung eines außerhalb bzw. jenseitig agierenden Gottes lehnte Robinson ab. Stattdessen wird Gott als „in der Tiefe der Existenz“ anwesend und erfahrbar gedacht. Gott ist „der Grund des Seins“.https://de.wikipedia.org/wiki/John_A._T._Robinson

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Andreas
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#997 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von Andreas » Mo 12. Okt 2015, 22:55

Savonlinna hat geschrieben:Denn da wird ja andauernd die Frage gestellt, wie man Gott versteht.
Gott kann man nicht verstehen.

Die Neugier hat zwei Schwestern: ihre große Schwester ist das Geheimnis und ihre kleine Schwester das Rätsel.
Geheimnisse werden einem offenbart - wenn man erkennt. Rätsel kann man lösen - wenn man versteht.

Gott ist ein Geheimnis. An dem, was ich jetzt davon stückweise erkenne, versuche ich mich aus-zu-richten oder mich darin ein-zu-richten bis - ich von Angesicht zu Angesicht erkenne, wie ich erkannt werde - das wird mich her-richten.

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#998 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von Savonlinna » Mo 12. Okt 2015, 23:07

Andreas hat geschrieben:
Savonlinna hat geschrieben:Denn da wird ja andauernd die Frage gestellt, wie man Gott versteht.
Gott kann man nicht verstehen.
Das, was Tillich und Robertson "Tiefe der Existenz" nennen und mit "Gott" bezeichnen, kann man ebenfalls nicht verstehen.
Aber man kann erkennen, dass die beiden wissen, wovon sie reden.

Und dadurch kann man anfangen, sich für diese "Tiefe der Existenz" zu interessieren.
Wer nur immer sagt, Gott gibt es eventuell, aber sagen kann man dazu rein nix, der bewirkt nichts. Man hört ihm irgendwann auch nicht mehr zu.
Dem Tillich und dem Robinson aber hört man zu.

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Andreas
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#999 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von Andreas » Mo 12. Okt 2015, 23:36

Savonlinna hat geschrieben:Wer nur immer sagt, Gott gibt es eventuell, aber sagen kann man dazu rein nix, der bewirkt nichts.
Für diese Nichtigkeit hat sich das Christentum erstaunlich lange gehalten. Ein Christ sagt auch nicht, dass es Gott eventuell gibt, sondern er bekennt seinen Glauben (auch wenn er hoffentlich des öfteren an dem, was er glaubt, zweifelt).
Savonlinna hat geschrieben:Man hört ihm irgendwann auch nicht mehr zu.
Könnte passieren, wenn das Gottesbild das er vermittelt unglaubwürdig erscheint und da ist manches mit der Zeit unglaubwürdig geworden.
Savonlinna hat geschrieben:Dem Tillich und dem Robinson aber hört man zu.
Von den beiden höre ich gerade zum ersten Mal.

Ich finde ja nicht alles falsch, was sie sagen. Richtig finde ich, dass in der Tiefe des Menschen ein Geheimnis verborgen ist. Der Unterschied zu meinem christlichen Verständnis ist, dass dieses Geheimnis eben von "einem außerhalb bzw. jenseitig agierenden Gott" in unser Herz gelegt wurde.

Was das Brückenbauen angeht, können wir getrost zwei Brückenköpfe bauen. Einen am atheistischen Ufer, den anderen am christlichen Ufer. Wir werden uns sehr nahe kommen, aber die Brücke wird eine kleine Lücke behalten, vielleicht nur einen so schmalen Spalt, wie Brücken ihn heutzutage wegen der thermischen Ausdehnung haben. Das würde den Verkehr auf der Brücke nicht behindern.

Trotzdem bleibt ein fundamentaler Unterschied den man verstehen kann, aber mit dem man nicht einverstanden sein muss. Für mich ist das der Glaube, dass ich bzw. jeder, immer, unabhängig von allen Menschen - gewollt, geliebt und geborgen ist. Das geht nur von einer Instanz aus die außerhalb, eben jenseitig "ist" (agiert?).

Ängste, Wunschdenken, Sehnsucht gehören meiner Meinung nach zum Menschen. Ich bin nackt, verletzlich, verwundbar, sterblich und ich schäme mich nicht. Ich brauche mich auch vor Münek und Pluto nicht schämen wegen Gott, weil dieser Gott sein Angesicht über mir leuchten lässt.

Pluto
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#1000 Re: Und nochmal: Sein und Wahrnehmung

Beitrag von Pluto » Di 13. Okt 2015, 00:00

Andreas hat geschrieben:
Savonlinna hat geschrieben:Dem Tillich und dem Robinson aber hört man zu.
Von den beiden höre ich gerade zum ersten Mal.
Offenbar eine Bildungslücke, die wir beide gemein haben. :mrgreen:
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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