Ist Glaube/Religion Privatsache?

Judentum, Islam, Hinduismus, Brahmanismus, Buddhismus,
west-östliche Weisheitslehre
Ruth
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#131 Re: Ist Glaube/Religion Privatsache?

Beitrag von Ruth » Mo 14. Sep 2020, 13:07

JackSparrow hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 12:58
Nun darfst du deine sachlichen Einwände in die Diskussion einbringen ....

Wie nett, dass du es mir erlaubst, genau das zu schreiben, was du für passend hältst. :eek:

Vielleicht solltest du mal auf die Überschrift dieses Threads schauen, und DEINE Themen darauf abstimmen.

Auf deine ganz persönlichen Fragen würde ich vielleicht antworten, in einem Thread, in dem deine ganz persönlichen Fragen das Thema bestimmen.
Vielleicht ... wenn ich will, dann würde ich dort antworten .... aber vielleicht auch nicht ... wer weiß .... :crazzyy:
Ich erhebe in keinem meiner Beiträge den Absolutheitsanspruch. Es ist immer meine Meinung, die ich schreibe. Ebenso lese und verstehe ich auch andere Beiträge : als Meinung des jeweiligen Schreibers.
In dem Sinne ... LG :wave:

Maryam
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#132 Re: Ist Glaube/Religion Privatsache?

Beitrag von Maryam » Mo 14. Sep 2020, 20:54

Ruth hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 10:21
Maryam hat geschrieben:
Sa 12. Sep 2020, 18:03
Ich bin nach meinem Ja -  künftig nurmehr nach Jesus Christus göttlichweisen Verhaltens- und Vergebungslehren  zu leben, handeln, auch sozusagen über mich selbst hinausgewachsen. Gott traut mir mehr Engagements zu, als ich es für möglich gehalten hätte. :)
 
So ähnlich erlebe ich es auch ... da wo ich über meine persönlichen Grenzen hinauswachse, da wird Glauben lebendig ... da entsteht Leben.

Ich denke sowieso, dass es die Grundlage des Glaubens oder/und des Lebens da zu finden ist, wo Menschen ihre eigenen Grenzen überwinden und es schaffen, ihren Horizont zu erweitern. Solange diese Überwindung immer wieder als solche wahrgenommen wird, also nicht selbstverständlich wird, kann das den Glauben stärken und aufbauen. Beweglichkeit und Veränderung sind die Grundlagen des Glaubens. Man lebt, weil man sich bewegt ... über sich selbst herauswächst.
Da, wo man immer nur nach festen Fundamenten sucht, wird auch Glauben (und das Leben überhaupt) starr und stirbt irgendwann. Er ist dann letzendlich tot.

Hi Ruth
Wenn man als neue Kreatur in Christus sich aufmacht, in denjenigen Werken zu wandeln, die Gott einem jeden vorbereitet hat oder wird, (in der Bibelsprache des Paulus in Epheser 2.10) dann bekommt man nebst Kraft auch die dafür not-wendigen Informationen auf teils fast schon mysteriös anmutende Weisen.

Es gibt in meinem Umfeld u.a. solche tagtäglich in der Bibel lesende "gläubige" Christinnen, welche eigentlich mehr dahinvegetieren, statt mit offenen Augen und warmem Herzen zu erkennen , wo deren sicher vielfältig vorhandenen Begabungen zum Wohle von einer Person oder mehreren fruchtbar wirken können. Ob in oder ausserhalb der Gemeinde.

Wer sich wie Du und ich im Alltag über erkennbar göttliche Fügungen freuen kann und dankbar solche zu schätzen weiss, fühlt sich im eigenen Glauben so geborgen, dass man sich angst- und vorurteilsfrei mit Andersgläubigen über deren Glauben austauschen kann.

Durch das liebgewordene kontinuierliche Zusammensein mit Frauen aus diversen Religionen (der von mir aufgebauten Internationalen Frauengruppen) wurde ich auch schon oft zu entsprechenden religiösen Festivitäten eingeladen. Es war immer interessant.

Und meine -private- persönliche christliche Glaubensüberzeugung, dass getreuliche Nachfolge Jesus Christus zu neuem, sinnerfüllten Leben in der Liebe Gottes in die Wege leitet, zu innerem Frieden mit Gott, den Mitmenschen und sich selbst führt. stiess eigentlich immer auf Verwunderung, also im absolut positivem Sinn.

lg Maryam

Im Buch von Graham Gordon "Das habt ihr mir getan"wird ja auch immer auf engagiertes Christ sein in einer unfairen Welt gepocht. Christen seien entsprechend ihrer von Gott geschenkten Gaben dazu berufen, damit den ihnen bestimmten Anteil zum Evangelium Reich Gottes beizutragen.

All jene, die dies bewusst oder intuitiv aber mit ganzem Herzen umsetzen, können ein Lied davon singen, wie glücklich, und zufrieden dies sich auf das eigene Leben und das Umfeld ausmacht.

JackSparrow
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#133 Re: Ist Glaube/Religion Privatsache?

Beitrag von JackSparrow » Di 15. Sep 2020, 05:42

Ruth hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 13:07
Vielleicht solltest du mal auf die Überschrift dieses Threads schauen, und DEINE Themen darauf abstimmen.
Keine Sorge. MEIN privater Glaube besagt, dass man Worten nicht trauen sollte und dass man den wahren Glauben eines Menschen am besten an seinem Verhalten erkennt.

Was mag es über DEINEN wahren Glauben aussagen, wenn deine einzige Verteidigungsstrategie darin besteht, meinen Diskussionsstil zu kritisieren?

Maryam
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#134 Re: Ist Glaube/Religion Privatsache?

Beitrag von Maryam » Di 15. Sep 2020, 07:31

JackSparrow hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 12:58
Ruth hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 12:40
 
Für mich sind solche Pakete sinnlos, wenn sie nicht irgendetwas dazu beitragen können, um das (eigene) Leben zu bereichern, indem sie leben verbessern und Wachstum ermöglichen.
Wahrheit verbessert Leben und ermöglicht Wachstum.

Hi Jack Sparrow
genau das sehe ich als damalige Motivation von Jesus,mittels längst fällig gewesener WAHRHEIT bezüglich im logisch nachvollziebarem Gottesglauben und so auch wahrhaftig gottgefälligem Verhalten und Vergeben, das Leben und Gewissen seiner jüdischen Glaubensgeschwister zu verbessern. Wer liebt steinigt nicht.....

Der innere Weg zu nurmehr Geistlicher Gesinnung fördert ganzheitliche Gesundheit, innere Gelassenheit/Zufriedenheit, zudem auch Erkenntnis, wo man wie was wem  zu dessen Notlinderung beitragen kann.

lg Maryam
 

Ruth
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#135 Re: Ist Glaube/Religion Privatsache?

Beitrag von Ruth » Di 15. Sep 2020, 10:20

JackSparrow hat geschrieben:
Di 15. Sep 2020, 05:42
MEIN privater Glaube besagt, dass man Worten nicht trauen sollte und dass man den wahren Glauben eines Menschen am besten an seinem Verhalten erkennt.

Sehe ich genauso.
JackSparrow hat geschrieben:
Di 15. Sep 2020, 05:42
Was mag es über DEINEN wahren Glauben aussagen, wenn deine einzige Verteidigungsstrategie darin besteht, meinen Diskussionsstil zu kritisieren?
Finde ich gerade lustig ... deinen Diskussionsstil.

Denn ich habe nur auf deine Kritik zu meinem Beitrag reagiert, indem ich deutlich gemacht habe, dass ich mich nach dem Thema gerichtet habe, du aber nicht.
Dabei geht es eher um Themenverfehlung deinerseits..

Aber ab jetzt ziehe ich vor, auf deine Kommentare zu meinen Beiträgen nicht mehr zu reagieren, da du es offensichtlich grundsätzlich vorziehst, meine Beiträge negativ zu bewerten, indem du sie mithilfe deiner eigenen Lieblingsthemen verzerrst .
Ich erhebe in keinem meiner Beiträge den Absolutheitsanspruch. Es ist immer meine Meinung, die ich schreibe. Ebenso lese und verstehe ich auch andere Beiträge : als Meinung des jeweiligen Schreibers.
In dem Sinne ... LG :wave:

JackSparrow
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#136 Re: Ist Glaube/Religion Privatsache?

Beitrag von JackSparrow » Di 15. Sep 2020, 13:00

Ruth hat geschrieben:
Di 15. Sep 2020, 10:20
Aber ab jetzt ziehe ich vor, auf deine Kommentare zu meinen Beiträgen nicht mehr zu reagieren,
Eine weise Entscheidung. Hoffen wir dass dein Vorhaben diesmal gelingt.

da du es offensichtlich grundsätzlich vorziehst, meine Beiträge negativ zu bewerten, indem du sie mithilfe deiner eigenen Lieblingsthemen verzerrst .
Ich bewerte negativ, dass du mit Scheinvorwürfen der Frage nach dem Theodizeeproblem ausweichst, obwohl dieses weder zu meinem Lieblingsthemen zählt noch von mir in die Diskussion eingebracht wurde.

Gleichzeitig bewerte ich positiv, dass sich auf diese Weise die wahre Natur deines Glaubens offenbarte, und zwar viel besser, als du ihn je mit Worten hättest beschreiben können.

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sven23
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#137 Re: Ist Glaube/Religion Privatsache?

Beitrag von sven23 » Sa 19. Sep 2020, 08:09

Ruth hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 10:47
sven23 hat geschrieben:
Sa 12. Sep 2020, 20:16
.... Theodizeefrage ....
... ein beliebtes Thema, das bestimmt auch schon tausendmal auch hier im Forum hervorgekramt wurde, von Menschen, welche ihre eigene Meinung über Glauben und Leben gerne festzementieren möchten für alle ... also nach dem Absolutheitsanspruch streben.

Man versucht praktisch eine Eindeutigkeit festzulegen für etwas, das sich im Grunde besonders durch fehlende Eindeutigkeit bemerkbar macht. Theodizee ist nicht eindeutig erklärbar. Sie beweist sich quasi dadurch, dass sie nicht erklärbar, und damit nicht beweisbar ist.
Die Theodizeefrage ist eine Wenn.....dann-Frage. Wenn es einen allmächtigen und gütigen Gott gibt, warum gibt es dann so viel Leid in der Welt?

Wem die philosphische Betrachtung des Themas zu abstrakt ist, der findet womöglich Prof. Zimmers Vortrag aus "Worthaus" anschaulicher.

https://worthaus.org/worthausmedien/got ... eid-3-7-1/

Natürlich verschwindet das Theodizeeproblem, wenn man davon ausgeht, dass es gar keinen Gott gibt, oder er grausam und zynisch ist.

Auch die Bibelschreiber waren sich der Problematik durchaus bewußt. Die antike Tun-Ergehen-Philosphie war in die Krise gekommen. In der Hiob-Geschichte versuchten sie eine Lösung zu präsentieren, bei der Gott aber nicht gut wegkommt.




 
Ruth hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 10:47
sven23 hat geschrieben:
Sa 12. Sep 2020, 20:16
Warum soll das nicht nachweisbar sein? Das Leid in der Welt ist nun mal Fakt. (siehe Ausschwitz, Naturkastrophen, Seuchen, Kriege usw.)
Wenn übernatürliche Mächte, denen man Allmacht und Liebe zu den Menschen unterstellt, eingreifen würden, gäbe es das Leid nicht.
Das meinst du, nach deiner ganz persönlichen Definition von "Leid", über Dinge und Geschehnisse, die du nur vom Hörensagen aus der Ferne wahrnehmen kannst.
Ich sage: "Leid" ist etwas, das individuell unterschiedlich von den Betroffenen wahrgenommen wird.
Willst du uns weismachen, dass es Menschen gab, die es toll fanden, in Ausschwitzt gefoltert und ermordet zu werden?


Ruth hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 10:47
Beispiel: Menschen, welche Hunger leiden, empfinden eine Scheibe Brot schon als Freude, und werden dadurch möglicherweise angereizt, nach neuen Freuden zu suchen.
Millionen wurde die Suche nach neuen Freuden dadurch vereitelt, dass sie schlicht und ergreifend verhungerten.
Man sollte nicht der Versuchung erliegen, sich alles schön zu reden.


Ruth hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 10:47
... wenn es Winter ist, streben wir nach Wärme. Ist es Sommer, und die pralle Sonne beglückt uns, wird ein Platz im Schatten als erlösend empfunden. Einmal ist es die Kälte und ein andermal die Hitze, welche als "Leid" empfunden wird, von demjenigen, welcher gerade mittendrin steckt.
Du willst allen ernstes Temperatur-Empfindungsstörungen mit tiefem menschlichem Leid vergleichen?
Ich bin immer wieder erstaunt, um genauer zu sein, entsetzt, wie wenig Emphatie doch viele religiöse Menschen zeigen.
Oft findet man unter Atheisten viel emphatischere Menschen, warum das so ist, wäre noch zu ergründen.
 
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Ruth
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#138 Re: Ist Glaube/Religion Privatsache?

Beitrag von Ruth » Sa 19. Sep 2020, 17:04

sven23 hat geschrieben:
Sa 19. Sep 2020, 08:09
........Prof. Zimmers Vortrag aus "Worthaus" anschaulicher.

https://worthaus.org/worthausmedien/got ... eid-3-7-1/


Interessanter Vortrag. Ich habe ihn mir von Anfang bis Ende angehört. Du auch?
Interessant finde ich nämlich u.a. auch, dass in diesem Vortrag viele meiner Aussagen bestätigt werden, welchen du versuchst zu widersprechen.

Wenn ich schrieb:

Ruth hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 10:47


Man versucht praktisch eine Eindeutigkeit festzulegen für etwas, das sich im Grunde besonders durch fehlende Eindeutigkeit bemerkbar macht. Theodizee ist nicht eindeutig erklärbar. Sie beweist sich quasi dadurch, dass sie nicht erklärbar, und damit nicht beweisbar ist.

.... meinte ich, dass man an der Theodizee-Frage nicht beweisen und festlegen kann, ob es Gott gibt, und wenn, wie er denn ist.

sven23 hat geschrieben:
Sa 12. Sep 2020, 20:16
Willst du uns weismachen, dass es Menschen gab, die es toll fanden, in Ausschwitzt gefoltert und ermordet zu werden?

Meine ich nicht, und habe ich auch nicht gesagt.

Nur, dass Menschen im Leid nicht zwangsläufig zu dem Schluss kommen , dass es Gott nicht gibt, oder dass Gott helfen will.
Es sagt praktisch gar nichts über Gott aus. Nur über die Menschen, wie sie damit umgehen.
Und das ist eben nicht nachweisbar, weil das unterschiedlich ist.


Ruth hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 10:47

Du willst allen ernstes Temperatur-Empfindungsstörungen mit tiefem menschlichem Leid vergleichen?

Will ich nicht und mache ich auch nicht. Es sind DEINE Gedanken, die du mir unterstellst, weil ich deine Aussagen nicht so bestätige, wie du es für richtig hältst.


sven23 hat geschrieben:
Sa 12. Sep 2020, 20:16
Ich bin immer wieder erstaunt, um genauer zu sein, entsetzt, wie wenig Emphatie doch viele religiöse Menschen zeigen.


Dann solltest du vielleicht mal anfangen, über deine eigenen Gedanken entsetzt zu sein, und diese neu überdenken. Denn von mir stammen die nicht.
Ich erhebe in keinem meiner Beiträge den Absolutheitsanspruch. Es ist immer meine Meinung, die ich schreibe. Ebenso lese und verstehe ich auch andere Beiträge : als Meinung des jeweiligen Schreibers.
In dem Sinne ... LG :wave:

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sven23
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#139 Re: Ist Glaube/Religion Privatsache?

Beitrag von sven23 » Sa 19. Sep 2020, 20:09

Ruth hat geschrieben:
Sa 19. Sep 2020, 17:04
sven23 hat geschrieben:
Sa 19. Sep 2020, 08:09
........Prof. Zimmers Vortrag aus "Worthaus" anschaulicher.

https://worthaus.org/worthausmedien/got ... eid-3-7-1/

Interessanter Vortrag. Ich habe ihn mir von Anfang bis Ende angehört. Du auch?
Logisch, und das finde ich aller Ehren wert. Aussagen wie: das lese ich erst gar nicht, weil es meine Meinung nicht vertritt, ist mir zu eingleisig und primitiv.
Ruth hat geschrieben:
Sa 19. Sep 2020, 17:04
Interessant finde ich nämlich u.a. auch, dass in diesem Vortrag viele meiner Aussagen bestätigt werden, welchen du versuchst zu widersprechen.
Ich widerspreche lediglich der Meinung, dass Leid nur subjektiv zu definieren sei. Wenn jemand gefoltert wird, dann weiß ich objektiv, dass der Mensch leidet, auch ohne persönlich davon betroffen zu sein. Man muß nicht in Ausschwitz persönlich dabei gewesen zu sein, um zu wissen, dass Leid dort allgegenwärtig war.
Es ging mir darum, dass Zimmer das menschliche Leid als Problem überhaupt ankerkennt. Manche leugnen ja, dass dies überhaupt ein Problem sein soll.

 
Ruth hat geschrieben:
Sa 19. Sep 2020, 17:04
.... meinte ich, dass man an der Theodizee-Frage nicht beweisen und festlegen kann, ob es Gott gibt, und wenn, wie er denn ist.
Beweisen läßt sich eh nichts. Es ist wie gesagt eine wenn-dann-Frage, die die Widerprüche aufzeigt.
Manche sagen ja auch, dass die Theodizeefrage ein Scheinproblem der Theologie ist. Wenn es Gott nicht gibt, löst sich das Problem von selbst.
Ruth hat geschrieben:
Sa 19. Sep 2020, 17:04
Nur, dass Menschen im Leid nicht zwangsläufig zu dem Schluss kommen , dass es Gott nicht gibt, oder dass Gott helfen will.
Es sagt praktisch gar nichts über Gott aus.
Das Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 mit anschließendem Großbrand und Tsunami löste in Europa eine Glaubenskrise aus. Man fragte sich, warum ein erzkatholisches Land wie Portugal, das in der Welt für die Verbreitung des Christentums sorgte, derart "bestraft" werden konnte. Es warf unter Theologen und Philosophen die Theodizeefrage neu auf.
Übrigens hat der Bischof überlebt, weil er zum Zeipunkt des Bebens im Puff war. :wink:
 
Ruth hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 10:47
sven23 hat geschrieben:
Sa 19. Sep 2020, 08:09
Du willst allen ernstes Temperatur-Empfindungsstörungen mit tiefem menschlichem Leid vergleichen?
Will ich nicht und mache ich auch nicht.
Warum bringst du dann solche pille-palle Beispiele, die der Dimension des Problems nicht gerecht werden?

 
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

JackSparrow
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#140 Re: Ist Glaube/Religion Privatsache?

Beitrag von JackSparrow » Sa 19. Sep 2020, 21:43

Ruth hat geschrieben:
Sa 19. Sep 2020, 17:04
.... meinte ich, dass man an der Theodizee-Frage nicht beweisen und festlegen kann, ob es Gott gibt, und wenn, wie er denn ist.
Die Theodizee-Frage beweist, dass der Gott entweder nicht gut, nicht allmächtig oder nicht existent ist.

In allen anderen Fällen würde Leid nämlich nicht existieren.


sven23 hat geschrieben:Beweisen läßt sich eh nichts.
In den Naturwissenschaften lässt sich nichts beweisen.

Logik ist aber ein Teilgebiet der Mathematik und mit Mathematik lässt sich sehr wohl beweisen, dass das 1+1 gleich 2 ist.

Laut Gottfried Wilhelm Leibniz, Mathematiker und Philosoph, ist Gutes prinzipiell nur in Verbindung mit Leid möglich und der Gott erschuf für uns die beste aller möglichen Welten. In diesem Fall wäre der Gott zumindest gut - aber eben nicht allmächtig.

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