Gottes Verheissungen - bedingt oder unbedingt?

Rund um Bibel und Glaube
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lovetrail
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#1 Gottes Verheissungen - bedingt oder unbedingt?

Beitrag von lovetrail » Sa 28. Sep 2019, 14:12

Hallo zusammen!

Wie sieht es aus mit göttlichen Verheissungen/Zusagen? Inwiefern sind sie vom Glauben abhängig und inwiefern sind sie absolut?

Vielerorts in christlichen Kreisen hat man sich auf eine duale Struktur geeinigt:

Also es gibt eine Verheissung für Gläubige und eine negative Verheissung für Ungläubige.

Aber wird dabei nicht das Wesen der göttlichen Zusage verfehlt? Denn damit man an eine solche Zusage glauben kann, muss sie auf jeden Fall wahr sein. Oder anders gesagt: Wenn ich nicht glaube, dass diese Zusage absolut ist und irgendwann eintreten wird, so glaube ich ja gar nicht.

Um es konkreter zu machen: Gott sagt dem Abraham, dass in ihm alle Völker gesegnet werden.
Natürlich hat Abraham den freien Willen dies nicht zu glauben. So kann er zB mit der Magd einen Sohn zeugen womit er eigentlich seinen Unglauben ausdrückt. Und doch hindert das Gott nicht, diese Verheissung später wahr werden und Abraham später daran glauben zu lassen.

Im Anfang war der Logos: Dieser Logos ist auch eine Zusage, ein rettendes Wort für die Schöpfung. Sie kann nicht ausser Kraft gesetzt werden, auch wenn sie durch Missachtung in schwere Krisen führt.

Ich kann den Glauben nicht auf "mich persönlich" herunterbrechen. Man glaubt Gott, welcher für alle Menschen einen Plan hat, nicht nur für "dich" persönlich. Kommen Narzissten in den Himmel? Ich denke nicht. Das Feuer der Hölle wird den Narzissmus wegrösten, sodass das Miteinander sichtbar werden kann.

Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe. Lasst uns nun die Werke der Finsternis ablegen und die Waffen des Lichts anziehen! (Röm.13,12)

Wie töricht wäre es doch, noch auf Werke der Finsternis zu setzen, wenn der Tag schon nahe ist? Die Finsternis vergeht, das Licht scheint schon. Glaubt daran!

LG
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Laodizea
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#2 Re: Gottes Verheissungen - bedingt oder unbedingt?

Beitrag von Laodizea » Sa 28. Sep 2019, 15:00

Hallo Lovetrail.

der menschliche Unglaube tut Gott nicht an der Vollbringung seines Planes hindern.
Der läuft weiter, ist doch klar,
mit uns oder ohne uns!
Jeder entscheidet
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Gruss,Laodicea :engel:
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Ruth
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#3 Re: Gottes Verheissungen - bedingt oder unbedingt?

Beitrag von Ruth » Sa 28. Sep 2019, 16:07

lovetrail hat geschrieben:
Sa 28. Sep 2019, 14:12
Ich kann den Glauben nicht auf "mich persönlich" herunterbrechen. Man glaubt Gott, welcher für alle Menschen einen Plan hat, nicht nur für "dich" persönlich. Kommen Narzissten in den Himmel? Ich denke nicht. Das Feuer der Hölle wird den Narzissmus wegrösten, sodass das Miteinander sichtbar werden kann.

Ich denke, das sind zweierlei Bereiche des Glaubens. Einerseits den Glauben für den Einzelnen selbst, und anderseits der Plan Gottes, dem der Glaube Einzelner mitwirken kann.

Vergleichsweise waren die Krankenheilungen, die Jesus an Einzelnen durchgeführt hat, zuerst für den Geheilten wirksam. Deren Glaube hat sie dazu bewegt, mit ihrem Leiden zu Jesus zu kommen. Sie profitierten in erster Linie selbst davon.
Anderseits waren alle Krankenheilungen eine Darstellung des Planes Gottes, für die gesamte Menschheit, denen der Glaube Einzelner diente, und damit die Menschen, die als Zeugen dabei waren, Gottes Wirken darin erkennen können.
Jesus selbst hat das immer wieder neu betont, dass seine gesamten Taten und Reden dazu dienen sollten, den Vater im Himmel zu erkennen. Es war Anschauungsmaterial für die Menschen, nicht Zeichen dafür, dass Gott ein bestimmtes Muster festlegt, um sein eigenes Wirken den Menschen zu präsentieren.

Ob Narzissten in den Himmel (Reich Gottes) kommen, wage ich nicht zu beurteilen. Denn in einem gewissen Maße ist beinahe jeder Mensch ein Narzisst. Letztendlich maßgebend für das "Reich Gottes" ist, dass Menschen als Einzelne sich in die Beziehung zu Gott begibt, dessen Angebot jedem Menschen gilt.

Wer zu Gott kommt, um Ihn kennen zu lernen, der darf so kommen, wie er ist. In der gelebten Gemeinschaft mit Gott, wird aber jeder Mensch auf seine ganz eigene Weise verändert. Die Veränderung ist ein Merkmal, dass man die Gemeinschaft mit Gott gefunden hat und lebt. Und wer mit Gott lebt, den wird Gott auch in sein Reich lassen, denke ich.
Ich erhebe in keinem meiner Beiträge den Absolutheitsanspruch. Es ist immer meine Meinung, die ich schreibe. Ebenso lese und verstehe ich auch andere Beiträge : als Meinung des jeweiligen Schreibers.
In dem Sinne ... LG :wave:

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lovetrail
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#4 Re: Gottes Verheissungen - bedingt oder unbedingt?

Beitrag von lovetrail » Sa 28. Sep 2019, 16:14

Laodizea hat geschrieben:
Sa 28. Sep 2019, 15:00
Hallo Lovetrail.

der menschliche Unglaube tut Gott nicht an der Vollbringung seines Planes hindern.
Der läuft weiter, ist doch klar,
mit uns oder ohne uns!
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Gruss,Laodicea :engel:
Hallo Laodicea!

Ja der Plan läuft weiter, aber der Plan beinhaltet die ganze Schöpfung.

Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören (Jes.45,23 Elb.)

Gedenket des Früheren von der Urzeit her, dass ich Gott bin. Es gibt keinen sonst, keinen Gott gleich mir,
der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist, - der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, führe ich aus, (Jes.46.9-10. Elb.)


LG
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lovetrail
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#5 Re: Gottes Verheissungen - bedingt oder unbedingt?

Beitrag von lovetrail » Sa 28. Sep 2019, 16:21

Ruth hat geschrieben:
Sa 28. Sep 2019, 16:07

Ich denke, das sind zweierlei Bereiche des Glaubens. Einerseits den Glauben für den Einzelnen selbst, und anderseits der Plan Gottes, dem der Glaube Einzelner mitwirken kann.
Ok, einverstanden, wobei mE beides zusammengehört. In der evangelischen Lesart hat sich eine gewisse Engführung eingebürgert: Ich und Jesus/Gott. Aber das ist nur ein Teil des Heils. Es ist immer auch: Wir und Jesus oder besser: Jesus und wir.

Vergleichsweise waren die Krankenheilungen, die Jesus an Einzelnen durchgeführt hat, zuerst für den Geheilten wirksam. Deren Glaube hat sie dazu bewegt, mit ihrem Leiden zu Jesus zu kommen. Sie profitierten in erster Linie selbst davon.
Anderseits waren alle Krankenheilungen eine Darstellung des Planes Gottes, für die gesamte Menschheit, denen der Glaube Einzelner diente, und damit die Menschen, die als Zeugen dabei waren, Gottes Wirken darin erkennen können.
Jesus selbst hat das immer wieder neu betont, dass seine gesamten Taten und Reden dazu dienen sollten, den Vater im Himmel zu erkennen. Es war Anschauungsmaterial für die Menschen, nicht Zeichen dafür, dass Gott ein bestimmtes Muster festlegt, um sein eigenes Wirken den Menschen zu präsentieren.
Ok, da bin ich deiner Meinung.
Ob Narzissten in den Himmel (Reich Gottes) kommen, wage ich nicht zu beurteilen. Denn in einem gewissen Maße ist beinahe jeder Mensch ein Narzisst. Letztendlich maßgebend für das "Reich Gottes" ist, dass Menschen als Einzelne sich in die Beziehung zu Gott begibt, dessen Angebot jedem Menschen gilt.

Wer zu Gott kommt, um Ihn kennen zu lernen, der darf so kommen, wie er ist. In der gelebten Gemeinschaft mit Gott, wird aber jeder Mensch auf seine ganz eigene Weise verändert. Die Veränderung ist ein Merkmal, dass man die Gemeinschaft mit Gott gefunden hat und lebt. Und wer mit Gott lebt, den wird Gott auch in sein Reich lassen, denke ich.
Naja, wer den Bruder (die Schwester) nicht liebt, ist noch in der Finsternis und nicht im Licht, heisst es im 1. Johannesbrief. (Heils-)Narzissten haben also keinen Anteil am Licht.

LG
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#6 Re: Gottes Verheissungen - bedingt oder unbedingt?

Beitrag von janosch » Sa 28. Sep 2019, 21:37

Laodizea hat geschrieben:
Sa 28. Sep 2019, 15:00
Hallo Lovetrail.

der menschliche Unglaube tut Gott nicht an der Vollbringung seines Planes hindern.
Der läuft weiter, ist doch klar,
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Gruss,Laodicea :engel:

so ist es...Sonst wäre alles um sonst....Leid und Frühere Tot den Apostel! :o

Ich finde nur ein solche „Gedanken gut“ ist Anmaßend, gegenüber alle, die Für Christus als Märtyrertod gestorben sind!

Und was ist mit ihre Mörder....Wie stellt man vor, das sie mit ein „Gott“ versöhnen können? Ein Versöhnung muß bereit in unsere Leben „hier und Jetzt“ stattfinden, sonst nach dem Tod kommt das Gericht!

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#7 Re: Gottes Verheissungen - bedingt oder unbedingt?

Beitrag von janosch » Sa 28. Sep 2019, 22:05

lovetrail hat geschrieben:
Sa 28. Sep 2019, 16:14
Laodizea hat geschrieben:
Sa 28. Sep 2019, 15:00
Hallo Lovetrail.

der menschliche Unglaube tut Gott nicht an der Vollbringung seines Planes hindern.
Der läuft weiter, ist doch klar,
mit uns oder ohne uns!
Jeder entscheidet
für sich!

Gruss,Laodicea :engel:
Hallo Laodicea!

Ja der Plan läuft weiter, aber der Plan beinhaltet die ganze Schöpfung.

Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören (Jes.45,23 Elb.)

Gedenket des Früheren von der Urzeit her, dass ich Gott bin. Es gibt keinen sonst, keinen Gott gleich mir,
der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist, - der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, führe ich aus, (Jes.46.9-10. Elb.)


LG

Welche Plan? Es gab mehrere Plänen.. es wird zwar behauptet das „Gott sich niemals Ändert“, aber genau das können immer wieder beobachten, daß der Herr Sein Plan öfter geändert hat...Ja, sogar alle erst Bereut das er Menschen geschaffen hat.

Hier ist bereit ein Änderung. Und du Kommst paar ausgediente Prophetien...Gott hat sogar bei Mose geschworen das er Alle um bringen wird...wegen ihre Götzen Anbetung!

10.
Und nun laß mich, daß mein Zorn über sie entbrenne und sie vertilge; dafür will ich dich zum großen Volk machen.
11.
Mose aber flehte vor dem HERRN, seinem Gott, und sprach: Ach, HERR, warum will dein Zorn entbrennen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand aus Ägyptenland geführt hast?


Ja, Mose könnte sogar den Herrn um stimmen!

Hier spricht der Herr daß:

Und Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.
Luther Bibel

Daß bedeute auch, das er nicht „ALLE“ gegenüber erbarmen will!

Edelmuth
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#8 Re: Gottes Verheissungen - bedingt oder unbedingt?

Beitrag von Edelmuth » So 29. Sep 2019, 01:31

lovetrail hat geschrieben:Hallo zusammen!
Wie sieht es aus mit göttlichen Verheissungen/Zusagen? Inwiefern sind sie vom Glauben abhängig und inwiefern sind sie absolut?
Steht doch wie folgt unmissverständlich in Hebräer 11:6 lieber lovetrail:
6 Und ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass es ihn gibt und dass er die belohnt, die ihn aufrichtig suchen.
:wave:
Doch wenn eintrifft, was du ihnen angekündigt hast – und es wird ganz sicher eintreffen –, dann werden sie erkennen, dass ein Prophet unter ihnen gelebt hat.«
Hesekiel 33:33
            

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#9 Re: Gottes Verheissungen - bedingt oder unbedingt?

Beitrag von lovetrail » So 29. Sep 2019, 08:19

Hebräer 11,6 gilt ja weiterhin.

Es ist so wie mit einem guten Lehrer, von dem man weiß, dass er alle seine Schüler zu einem Abschluss führen wird. Es gelten weiterhin die Bedingungen, dass die Schüler fleißig sein müssen und dass sie mitlernen. Aber der Pädagoge versteht es mittels gutem Unterricht, Güte und Strenge die Klasse durch die Höhen und Tiefen der Pubertät hindurchzuführen.
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#10 Re: Gottes Verheissungen - bedingt oder unbedingt?

Beitrag von lovetrail » So 29. Sep 2019, 08:20

Was würde man von einem Lehrer halten, bei dem 90 Prozent der Schüler durchfallen?

Und haben wir nicht den besten Lehrer den wir uns vorstellen können? Nämlich Jesus Christus?!

LG
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