Aus der Werkstatt des Theologen

Themen des Neuen Testaments
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Tree of life
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#771 Re: Aus der Werkstatt des Theologen

Beitrag von Tree of life » So 10. Nov 2019, 11:02

Traugott hat geschrieben:
So 10. Nov 2019, 10:02
das man erschüttert ist und hier aus diesem Forum weg bleiben muss, denn man erkennt, keiner von euch liebt Christus
Hast du noch genug Steine ?

R.F.
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#772 Re: Aus der Werkstatt des Theologen

Beitrag von R.F. » So 10. Nov 2019, 11:18

closs hat geschrieben:
So 10. Nov 2019, 10:53
R.F. hat geschrieben:
So 10. Nov 2019, 10:37
Meinst Du nun Wissenschaften oder "Wissenschaften"?
Ich meine es schon echt. - Es gibt einige Wissenschaften, zu denen die historisch-kritische Exegese AUCH gehört, aus denen man Erkenntnisse ziehen kann - man darf sie nur nicht zum Maßstab machen.
Selbstverständlich wenden auch die Vertreter der HKM korrekte wissenschaftliche Prinzipien an. Aber etwas Gift in einem Essen macht das Ganze ungenießbar. So z.B. die Datierungen der Schriften des Neuen Testaments.

Darwins Beobachtungen in der Natur erweiterten das Wissen. Hätte er seine Kenntnisse nicht für seine “Entstehung der Arten” missbraucht, er wäre für die Menschheit nicht zum Schädling geworden.

Einstein war sicher eine guter Physiker - er erhielt ja für eine seiner Arbeiten den Nobel-Preis. Hätte er den Unsinn mit der “vierten Dimension” und den beiden Relativitäts-“Theorien” bleiben lassen, er würde wahrscheinlich auch während den kommenden tausend Jahren noch als Star unter den Physikern gelten.

closs
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#773 Re: Aus der Werkstatt des Theologen

Beitrag von closs » So 10. Nov 2019, 11:33

R.F. hat geschrieben:
So 10. Nov 2019, 11:18
Einstein war sicher eine guter Physiker - er erhielt ja für eine seiner Arbeiten den Nobel-Preis. Hätte er den Unsinn mit der “vierten Dimension” und den beiden Relativitäts-“Theorien” bleiben lassen, er würde wahrscheinlich auch während den kommenden tausend Jahren noch als Star unter den Physikern gelten.
Hier schlägt ein Missverständnis durch, weil man "Wissenschaft" falsch definiert und wissenschaftliche Ergebnisse falsch bewertet. - Um es konkret zu machen:

Es wäre KEIN Widerspruch, wenn man sagen würde, es gibt sowohl die Evolution ("Der Mensch stammt biologisch von irgendeinem Einzeller ab") als auch die Schöpfung ("Der Mensch ist spirituell Ebenbild Gottes"). - Dazu gab es vor geraumer Zeit einen Streit zwischen Kardinal Schönborn und Evolutions-Biologen, der dann entsteht, wenn man biologische Evolution zur Quelle der spirituellen Existenz des Menschen macht.

Dafür kann aber die Wissenschaft selbst NICHTS - es ist die Interpretation der Wissenschaft, die zu solchen Irrwegen führt.
 

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abc
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#774 Re: Aus der Werkstatt des Theologen

Beitrag von abc » So 10. Nov 2019, 11:44

Tree of life hat geschrieben:
So 10. Nov 2019, 11:02
Traugott hat geschrieben:
So 10. Nov 2019, 10:02
das man erschüttert ist und hier aus diesem Forum weg bleiben muss, denn man erkennt, keiner von euch liebt Christus
Hast du noch genug Steine ?
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Traugott
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#775 Re: Aus der Werkstatt des Theologen

Beitrag von Traugott » So 10. Nov 2019, 12:08

abc hat geschrieben:
So 10. Nov 2019, 11:44
Tree of life hat geschrieben:
So 10. Nov 2019, 11:02
Traugott hat geschrieben:
So 10. Nov 2019, 10:02
das man erschüttert ist und hier aus diesem Forum weg bleiben muss, denn man erkennt, keiner von euch liebt Christus
Hast du noch genug Steine ?
Stell du dich nur neben lovetrail und ich versorge Traugott ...

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Ja, ab dafür, freue mich, wenn dir die Augen geöffnet werden und du die Freude mit mir teilst, baumlos glücklich zu werden. Lovelife Companny gegründet im House of Toad im Rollstuhl. Das Kröten einmal eins für Fortgeschrittene. :lol:
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1Johannes4
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#776 Re: Aus der Werkstatt des Theologen

Beitrag von 1Johannes4 » So 10. Nov 2019, 12:14

Hallo closs,
 
closs hat geschrieben:
So 10. Nov 2019, 10:29
Ja - und es ist Aufgabe der Theologie, in Zugriff auf verschiedenste Wissenschaften ein Gesamtbild auf die Bibel zu geben, was unterm Strich gemeint ist.


und woher sollte die Theologie wissen, was „unterm Strich gemeint ist“?

Auch Theologen können nicht über ihren eigenen Schatten springen (ihr Vorverständnis) und bleiben somit Gefangene ihre eigenen Anschauungen. Auch mittels einer wissenschaftlichen Herangehensweise bleibt es aber dennoch alles nur Wahrnehmung und kann nie eine gesichert wahre Aussage darüber gemacht werden, was wirklich ist (so ja auch dem Wesen nach Deine eigene Aussage in verschiedenen Threads). Somit bleibt die Wirklichkeit an sich im Verborgenen und somit auch jegliches „Gesamtbild auf die Bibel, was wirklich gemeint“ sei. So wie Fotos, Gemälde und der visuelle Eindruck des Menschen ein Bildnis von der Wirklichkeit sind (nicht zu verwechseln mit der Wirklichkeit selbst), ist die Bibel auch ein Bild davon. Ohne die Wirklichkeit an sich zu kennen (wie es lt Bibel außer Gott nur Jesus kannte) ist es im Grunde unmöglich ein „Gesamtbild“ zu kennen, denn in einer solchen Aussage steckt ja der Anspruch auf Wissen um die Wirklichkeit.

Deswegen ist Theologie bestenfalls auch nicht mehr als eine spezielle wissenschaftliche Methodik.

Grüße,
Daniel.

P.S. Eine Aussage kann dennoch wahr sein, selbst wenn man die Wirklichkeit nicht kennt, da die Aussage selbst korrekt aus anderen Aussagen gefolgert wurde. Dergleichen könnte man auch als subjektive und objektive Wahrheit unterscheiden - die eine abhängig von Aussagen, die als wahr gesetzt werden, und die andere an sich wahr, weil es der Wirklichkeit entspricht, was allerdings niemand wirklich wissen kann.
Zuletzt geändert von 1Johannes4 am So 10. Nov 2019, 12:20, insgesamt 1-mal geändert.
Da der hiesige Admin willkürlich meine Beiträge löscht, lohnt es sich nicht hier noch mitzulesen bzw. sich mit Kommentaren einzubringen. Wünsche Euch alles Gute.

SilverBullet
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#777 Re: Aus der Werkstatt des Theologen

Beitrag von SilverBullet » So 10. Nov 2019, 12:19

“R.F.“ hat geschrieben:Selbstverständlich wenden auch die Vertreter der HKM korrekte wissenschaftliche Prinzipien an. Aber etwas Gift in einem Essen macht das Ganze ungenießbar. So z.B. die Datierungen der Schriften des Neuen Testaments.
Genau auf dieses Thema wollte ich neulich schon mal umleiten.

Ich bin ja nicht wirklich in der Materie drin, weshalb ich erst einmal herausbekommen muss, wie denn diese Datierung überhaupt durchgeführt wird.

Hier habe ich einen Link, der wohl eine Art „Theologie-Examen zu Paulus“ darstellen soll.

Sehr exakte Jahreszahlen werden dort angeboten.

Sehr beeindrucken finde ich:
Die Kreuzigung Jesu fand am 7. April 30 statt.

(hier sogar noch etwas mehr Details)
=> „Cool, wie war denn das Wetter damals um 15:00 Uhr?“

Was ist von all dem zu halten, wie kommt man zu diesen Zahlen?

Vielleicht muss man sogar noch einen Schritt zuvor ansetzen:
Wie geht man bei ca. 6.000 Handschriften vor, um festzustellen, dass sie sich alle um das gleiche Thema, alle um die gleiche religiös antike Bewegung mit gleichem Anfangspunkt drehen?

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Tree of life
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#778 Re: Aus der Werkstatt des Theologen

Beitrag von Tree of life » So 10. Nov 2019, 12:22

Traugott hat geschrieben:
So 10. Nov 2019, 12:08
wenn dir die Augen geöffnet werden und du die Freude mit mir teilst
Ich wünsch euch viel Glück :wave:

Helmuth
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#779 Re: Aus der Werkstatt des Theologen

Beitrag von Helmuth » So 10. Nov 2019, 13:00

closs hat geschrieben:
So 10. Nov 2019, 10:53
R.F. hat geschrieben:
So 10. Nov 2019, 10:37
Meinst Du nun Wissenschaften oder "Wissenschaften"?
Ich meine es schon echt. - Es gibt einige Wissenschaften, zu denen die historisch-kritische Exegese AUCH gehört, aus denen man Erkenntnisse ziehen kann - man darf sie nur nicht zum Maßstab machen.
Für die HKM gilt der Grundsatz: "Prüfet alles, das Gute behaltet ..."

Es gäbe eine Möglichkeit, indem man die innerbiblischen Aussagen miteinbezieht. Meist wird der Inhalt kritisiert, weil man nur der Sichtweise außerhalb glaubt wie man wissenschafltich gelehrt oder besser gesagt verbildet wurde. Sie versucht das auszugrenzen unter dem Deckmantel: "Objektive Herangehensweise". Wie subjektiv man dabei vorgeht erkennen sie erst gar nicht. Dazu passt deine Sichtweise bzgl. "Vorannahmen".

Diese gelten dann als Maßstab der Beurteilung. Und diese trägt man in den Text hinein womit er zwangsweise umgedeutet wird. Aus dem was geschrieben steht wird dann was nicht geschrieben steht, aus Historie wird Mythos, aus Jesus ein Inder und aus der Auferstehung die Christen-Legende. Kurios an der Sache ist, wie die Schrift selbst belegt, dass man aus Jesu leerem Grab eine Legende der Jünger machte. Sie zeigt selbst auf, was Leute ohne Gott aus dem Wort machen.

Man wird halt keinen Beleg dafür finden, dass Jesus auf dem Wasser ging außer IN der Bibel oder dass in Babel der Herr die Sprachen verwirrte außer IN der Bibel. Oder man hat ähnliche Berichte aber völlig verzerrt von dem was die Bibel aussagt. Man müsste die Exegese umgekehrt betreiben, nach der umgekehrten Wahrheitsanalyse, die aber objektiv auch richtig ist. Da steht was, ok. Wir nehmen das an, solange an bis es widerlgt werden kann. Wer kann nun das Gegenteil überzeugend belegen? So in etwa fordert uns sogar Gott selbst in seinem Wort dazu auf.

Genau so hat man wunderbar die Apokryphen ausmisten können, als zu belegen war, dass sie Fälschungen oder Verwilderungen waren, wie man auch deren Autoren relativ leicht nachweisen konnte, dass sie hier Falschangaben machten. Übriggeblieben ist dann das, was NIEMAND widerlegen kann oder eben nur vorsätzlich, dann aber unter Missachtung seiner ach gesetzten "objektiven Kriterien".

Es war schon imme so. Wer glaubt, wird auch erkennen wie Wissenschaft nutzbringend dazu beitragen kann, und vertieft seine Erkenntnisse, weil er innerbiblsische Wahrheitskriterien anwendet. Und überdies erweist sich Gottes Wort ja auch in Kraft, wie es selbst sagt. Gibt es also keine Kraft, dann ist eh schon was faul, was damit schon ein Erweis ist. Die Ungläubigen agieren ja völlig kraftlos. Wer nicht glaubt, kann 1000 Wissenschaften beherrschen, er ist vollgestopft mit Spekulationen und bleibt weiter ein Müllhaufen der Weisheit.

Ich kenne keinen Mülhaufen, der immer größer und größer wird, um dann auf einmal ein Nutzland zu werden. So ist es mit dem angehäuften Wissen vieler Theologen und Wissenschaflter, die ohne Gott forschen.
Der Herr steht zu mir, deshalb fürchte ich mich nicht. Was kann ein Mensch mir anhaben?
Ps 118:6

SilverBullet
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#780 Re: Aus der Werkstatt des Theologen

Beitrag von SilverBullet » So 10. Nov 2019, 13:39

“Helmuth“ hat geschrieben:Man wird halt keinen Beleg dafür finden, dass Jesu auf dem Wasser ging außer IN der Bibel oder dass man eine Turm in Babel baute außer IN der Bibel. Oder man hat ähnliche Berichte aber völlig verzerrt von dem was die Bibel aussagt. Man müsste die Exegese umgekehrt betreiben, nach der umgekehrte Wahrheitsanalyse. Da steht was, ok. Wir nehmen das an. Wer kann nun das Gegenteil überzeugend belegen?
In der Bibel (NT) steht so einiges, wobei man immer zuerst klären muss, was hiervon auch in den ca. 6.000 Handschriften steht und was vielleicht nur „sehr künstlerisch zur Erklärung einer persönlichen Wunschgeschichte“ hinzugefügt wurde.

Neben vielen Dingen, die NICHT in der Bibel stehen, obwohl sie drin stehen müssten, gibt es eine (aus meiner Sicht: enorme) Sonderbarkeit bzgl. der Literatur ausserhalb der Bibel-Texte .

Es geht um die Römer, die wohl ab dem Jahr (ca.) 300 n.Chr. die neue Religionsbewegung als Christentum im römischen Reich etabliert haben und zwar von oberster Stelle ausgehend, dem Kaiser.

Diese spezielle Religion im Machtbereich Roms einheitlich einzuführen, hätte unweigerlich zu einer literarischen „Aufarbeitung“ der Schuldfragen rund um die Beteiligung Roms (in den Anfangstagen der Bewegung) führen müssen.
Rom soll „Jesus“ hingerichtet haben.
Rom soll „Paulus“ hingerichtet haben.
Rom soll „Christen“ verfolgt und massakriert haben.

Es gibt somit Aussagen (Bibel), die auf enorm destruktive römische Aktivitäten in Bezug auf die neue Religion hindeuten und es gibt die wohl unzweifelhafte Aktion Roms, die neue Religion per Macht (Konzil Nicäa, Drei-Kaiser-Edikt usw.) flächendeckend eingeführt zu haben.

=> Täter und Unterstützer

Das ist eine Konfliktsituation, die literarisch nicht unbehandelt bleiben kann.

Welche römischen Quellen, welche römischen Aussagen, gibt es hierzu?

Was bedeutet es, wenn es keine römischen Quellen/Aussagen gibt?
Gibt es dann nicht-römische Literatur, die den Römern Vorwürfe machen, wie scheinheilig sie sich doch verhalten?
Was bedeutet es, wenn es gar nichts dazu gibt?

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