Sammlung teilolgenschwerer Fehlwiedergaben im NT

Themen des Neuen Testaments
Helmuth
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#101 Re: Sammlung teilolgenschwerer Fehlwiedergaben im NT

Beitrag von Helmuth » Di 13. Okt 2020, 21:16

JackSparrow hat geschrieben:
Mo 12. Okt 2020, 21:39
Für ALLE Christen, die vom HERRN aus der Sklaverei in Ägypten befreit worden sind, sollte selbstverständlich sein, dass die Vertragsbedingungen weiterhin einzuhalten sind.
Das betrifft de facto nur eine kleine Minderheit. Welcher Christ, nicht von Israel abstammend, und das ist die Mehrheit, hat dazu welche Vertragsbestimmungen einzuhalten? Hier gerät man rasch die jeweiligen Bündnisse betreffend auf eine falsche Grundlage. Was interessiert mich z.B. irgendein „Ägypten“? Ich und meine Vorfahren, wir waren noch nie dort.

Derart wurde das AT schon oft falsch interpretiert und fälschlicherweise dem NT als falsch überliefert untergeschoben. Derart irrt auch der TE hinsichtlich seiner Themensetzung. Ein Wirrwarr infolge Unkenntnis und auch irregeleitetem Herzen.

Passt die Faktengrundlage nicht wird vieles zu einem reinen Theologiemüll und führt zu sinnlosen Aussagen. Das geht dann auch in Richtung Dummheit infolge der Verweigerung von Tatsachen.
Der Herr steht zu mir, deshalb fürchte ich mich nicht. Was kann ein Mensch mir anhaben?
Ps 118:6

Giovanni146
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#102 Re: Sammlung teilolgenschwerer Fehlwiedergaben im NT

Beitrag von Giovanni146 » Mi 14. Okt 2020, 13:00

JackSparrow hat geschrieben:
Mo 12. Okt 2020, 21:39
Giovanni146 hat geschrieben:
Mo 12. Okt 2020, 13:47
Du willst ja hoffentlich nicht darauf bestehen, dass Jesus seine Jünger und Zuhörer aufgefordert habe mörderische, teuflische Gesetzeswerke zu tun, nur weil diese von einem verblendeten Mose so empfangen und als vermeintl göttlich aucvh durch die Schriftgelehrten so weitergeleitet wurden?
Also ich bestehe drauf.

Die Hypothese ist falsizifierbar, indem du mir die Bibelstelle zeigst, in der Jesus die Gesetze des Moses für ungültig erklärt.
Denn ewiges Leben gewährt er ja bekanntlich
"Bekanntlich" steht in Bibel gar nicht drin, wer oder was für die Gewährung äonischen Lebens zuständig ist.
so wie es für ALLE Christen auch selbstverständlich sein sollte
Für ALLE Christen, die vom HERRN aus der Sklaverei in Ägypten befreit worden sind, sollte selbstverständlich sein, dass die Vertragsbedingungen weiterhin einzuhalten sind.

Alle anderen haben sich nie um das Gesetz des Moses kümmern müssen.
Ach JackSparrow, zu jener Zeit, als ein gewisser Schlangenzauberer, der behauptete er sei deshalb schon als Gott Israels legitimiert :shock: das Volk Israel mit leeren Versprechungen aus Israel lockte um sein eigenes Kriegsvolk befehligen zu können, (von denen ja die meisten durch ihn selber starben) gab es noch keine Christen. 
 
Maryam schrieb vor KurzemNa, Ruedi dann zeig mir mal eine einzige Stelle, wo Jesus betreffend einem Gesetz des Mose erwähnt, dass dies jenem von seinem Vater im Himmel eingegeben worden war. Bisher konnte dies noch keine Vermischer der kontraären Gottverständnisse von Mose und Jesus Christus.
Würde mich auch sehr interessieren, ob Du sowas liefern kannst. 

 Und er gebot ihm, dass er's niemandem sagen sollte. Geh aber hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis.Lk 5,14

Jesus hat auch nirgends die Beschneidung als von seinem Vater gesetzlich gefordert erklärt. Bei Christen zählt von Anfang an keine Beschneidungspflicht, erkannte und lehrte sodann auch Paulus.
Joh 7,22 Darum hat Mose euch die Beschneidung gegeben – nicht dass sie von Mose kommt, sondern von den Vätern –, und ihr beschneidet einen Menschen auch am Sabbat. 23 Wenn ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt, damit nicht das Gesetz des Mose gebrochen werde, was zürnt ihr dann mir, weil ich am Sabbat den ganzen Menschen gesund gemacht habe?
Joh 1,17 Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.

Wäre alles im alten, damaligen Judentum paletti gewesen, hätte der wahrhaftige Gott ja nicht sienen Sohn als Aufklärer über wahren göttlichen Willen senden müssen. Das sollte auch einem Pirat einleuchten. Oder wie wertest Du die Worte an Pilatus: 
Joh 18,37 Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es: Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.

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sven23
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#103 Re: Sammlung teilolgenschwerer Fehlwiedergaben im NT

Beitrag von sven23 » Do 15. Okt 2020, 18:39

Giovanni146 hat geschrieben:
Mo 12. Okt 2020, 13:47

Mt 23,29 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Propheten Grabmäler baut und schmückt die Gräber der Gerechten
Mt 23,13-14 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein und die hineinwollen, lasst ihr nicht hineingehen.

Mt 23,15 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land und Meer durchzieht, damit ihr einen Proselyten gewinnt; und wenn er's geworden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der Hölle, doppelt so schlimm wie ihr.

Wie schon gesagt ist die feindliche Gesinnung von Jesus gegenüber den Pharisäern eine Rückprojektion der Schreiber, die nicht historisch begründet ist.
Jesus hatte viele Gemeinsamkeiten mit den Pharisäern. Diese waren im Volk sehr beliebt, im Gegensatz zu den Sadduzäern.

 
Giovanni146 hat geschrieben:
Mo 12. Okt 2020, 13:47
Nein sven23 Jesus verlangte sicher nicht, dass überhaupt jemand sich an mosaisch geforderten erbarmungslosen Steinigungen beteiligen sollte.
Gut, das war vielleicht überspitzt formuliert, aber es geht schon in die richtige Richtung. Jesus hat sich als gläubiger Jude nie von den mosaischen Gesetzen distanziert, im Gegenteil verlangte er eine noch strenger Auslegung, was man im allgemeinen als Toraverschärfung bezeichnet.

 
Giovanni146 hat geschrieben:
Mo 12. Okt 2020, 13:47
Jesus lehrte mit keinem Wort, dass die mosaischen Gesetze von seinem Vater im Himmel der Geist ist dem Mose übergeben worden seien.
Das muss ein gläubiger Jude ja nicht extra betonen, denn es steht ja geschrieben.
 
Giovanni146 hat geschrieben:
Mo 12. Okt 2020, 13:47
Maryam scheint wohl eine der Wenigen hier zu sein, welche erkannt haben,von wem Jesus genau sprach als er den Schriftgelehrten und Pharisäern attestierte

Joh 8,41 Ihr tut eures Vaters Werke. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht aus Hurerei geboren; wir haben einen Vater: Gott.

Joh 8,42 Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn ich bin von Gott ausgegangen und komme von ihm; denn ich bin nicht von mir selber gekommen, sondern er hat mich gesandt.

Joh 8,43 Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt! 44 Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Begierden wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge. 45 Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht.
Johannes ist ein schlechter Zeuge, wenn es um authentische Jesusworte geht. Er verfolgt vor allem seine eigenen theologischen Ziele, die Vergottung eines Menschen. Er vor allem lieferte der Kirche die Vorlage für gottgleiche Verklärung eines Menschen.


Giovanni146 hat geschrieben:
Mo 12. Okt 2020, 13:47
Du willst ja hoffentlich nicht darauf bestehen, dass Jesus seine Jünger und Zuhörer aufgefordert habe mörderische, teuflische Gesetzeswerke zu tun, nur weil diese von einem verblendeten Mose so empfangen und als vermeintl göttlich aucvh durch die Schriftgelehrten so weitergeleitet wurden?

 Dann meinst du, folgende Zitat stammen gar nicht von Jesus? Hat der Evangelist hier geflunkert und seine eigenen Interessen eingetragen?

(Mt.5,17): "Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen."

(Mt. 5,18): "Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht."

(Mt 10,34-35): "Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter."
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

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