Wie entstand das Leben?

Evolution vs. Schöpfung Debatte, Alter der Erde
Geologie, Plattentektonik, Archäologie, Anthropologie
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Flavius
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Re: Wie entstand das Leben?

Beitragvon Flavius » Sa 25. Mär 2017, 09:00

="Janina" - .. oder Schöpfung?
Das ergibt sich systematisch aus dem Verständnis von Wissenschaft. Wunder gehören grundsätzlich nicht dazu.
Eben, aussergwöhnliche, nicht akzeptierte Vorgänge werden automatisch u. kategorisch ausgeschlossen. Wenn solch eine (beschränkte) Denkweise oder Vorgehensweise nicht automatisch Fehler erzeugt, würde es mich wundern. Dem WIRKLICHEM Wunder des Lebens kommt man so nicht auf den Grund.

Wirklich erkennen können wir nur, was wir irgendeinem Sinne lieben. Roman Guardin


Pflanzen leben z.B ohne Gehirn....
Quallen seit über 600 Mio Jahre auch. (obwohl sie intelligent sind).
. Die wissenschaftlichen Bestimmungen zum Alter der Erde und anderen prähistorischen Zeiträumen sind zu 75 % richtig.
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Re: Wie entstand das Leben?

Beitragvon Pluto » Sa 25. Mär 2017, 09:20

Flavius hat geschrieben:Eben, aussergwöhnliche, nicht akzeptierte Vorgänge werden automatisch u. kategorisch ausgeschlossen.
Das stimmt so nicht!
Wenn Wunder Spuren hinterlassen würden, würde man sie untersuchen.

Flavius hat geschrieben:Wenn solch eine (beschränkte) Denkweise oder Vorgehensweise nicht automatisch Fehler erzeugt, würde es mich wundern.
Die Frage ist, bein wem die beschränkte Denkweise vorhanden ist?

Flavius hat geschrieben:Dem WIRKLICHEM Wunder des Lebens kommt man so nicht auf den Grund.
Was ist denn deiner Meinung nach, "das wirkliche Wunder des Lebens"?
Welche Hinweise hast du, dass es wirklich mehr als komplexe Chemie ist?

Flavius hat geschrieben:Wirklich erkennen können wir nur, was wir irgendeinem Sinne lieben. Roman Guardin
Woher hast du das?

Flavius hat geschrieben:Die wissenschaftlichen Bestimmungen zum Alter der Erde und anderen prähistorischen Zeiträumen sind zu 75 % richtig.
Falsch.
Das ist eine veraltete Meinung, die Kreationisten, gerne verwenden.
Die Genauigkeit der modernen Methoden liegt nahe bei 100%.
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Re: Wie entstand das Leben?

Beitragvon Flavius » Sa 25. Mär 2017, 10:08

Pluto hat geschrieben: Was ist denn deiner Meinung nach, "das wirkliche Wunder des Lebens"?
(Die Vielfalt, Genialität und Faszination...) Ist jedenfalls als Solches zu erkennen oder zu verstehen). . Ich sehe das - teils durch Nachdenken.. Kann aber auch "nur" im naturalistischen Sinne so aufgefasst werden. Leben ist wundersam vielfältig u. interessant; schön und brutal..

-
Sorry: muss heissen: Wir erkennen, was wir in irgendeinem Sinne wirklich lieben.- R. Guardini .

Manche Methoden liegen sogar bei 100% , erfassen aber dennoch nie das Ganze!
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Re: Wie entstand das Leben?

Beitragvon Pluto » Sa 25. Mär 2017, 15:31

Flavius hat geschrieben:
Pluto hat geschrieben: Was ist denn deiner Meinung nach, "das wirkliche Wunder des Lebens"?
(Die Vielfalt, Genialität und Faszination...) Ist jedenfalls als Solches zu erkennen oder zu verstehen). . Ich sehe das - teils durch Nachdenken.. Kann aber auch "nur" im naturalistischen Sinne so aufgefasst werden. Leben ist wundersam vielfältig u. interessant; schön und brutal..
Die Nahrungskette ist eben nicht immer barmherzig. Bist du Veganer? Oder isst du auch gerne Fleisch?
Was hat es mit einem Schöpfer zu tun.

Flavius hat geschrieben:Manche Methoden liegen sogar bei 100% , erfassen aber dennoch nie das Ganze!
Was meinst du damit? (erfassen nie das Ganze.)
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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Re: Wie entstand das Leben?

Beitragvon Tyrion » Sa 25. Mär 2017, 18:45

Flavius hat geschrieben:Mir scheint für Dich ist Wissenschaft die höchste Instanz, die alles weiss, als Einzige die letzte Meinung und alleinige Wahrheit vertritt. Kommt mir bekannt vor.


Mag sein, dass dir das bekannt vorkommt. Leider weißt du nur nicht, was Wissenschaftlichkeit bedeutet. Daher kannst du leider auch nicht verstehen, warumWissenschaft nichts über Wahrheit, sondern nur über Plausibilität aussagen kann und will.

Zudem erlaube ich mir, wenn du Unsinn äußerst (wie z.B. Zellkern sei Voraussetzung für Leben), das zu korrigieren. Ist halt mein berufliches Fachgebiet - sorry, dass ich durch meine Ausbildung da halt mehr weiß als du - aber das heißt nicht, dass es um Wissenschaft = höchste Instanz geht.

Leider schreibst du auch nur (wie wohl alle ID-Fanatiker hier) nur aus dir genehmen Quellen teils inhaltlichen Unsinn ab, verstehst aber nicht, was du von dir gibst. Der Kritik an dem geäußerten kannst du daher inhaltlich wenig entgegensetzen und kommst dann mit solch leeren Allgemeinplätzen. Dabei könntest du durchaus etwas dazu lernen.

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Re: Wie entstand das Leben?

Beitragvon Flavius » So 26. Mär 2017, 08:14

Das Universum besteht aus 3% bis 5% aus Atomen , - zu 23 % aus dunkler, uns unbekannter Materie, und zu zumindest 75% aus dunkler",(dunkel auch, weil noch nicht/noch nie eingefangen) uns völliig unbekannter Energien.-
Mich wundert, wie manche - in manischer Überhebung u. Selbstüberschätzung - behaupten können, alles sei klar/Ihr Bild das absolut Richtige.. Zweifler an ihrem - neuem GlaubensBild (zur Zeit s. gängigem) -mit absolutem Anspruch auf alleinige Wahrheit - werden oft vehement oder mit großem Eifer niedergemacht. (Kommt das einem nicht irgendwie bekannt vor ?) Hat zudem auch eine sehr irrationaler Komponente!

Francois Englert, Nobel-Preisträger2003 (u. Weggefährte u. "Mentor" von Higgs) : "Wir wissen, dass wir im Grunde nichts wissen".
(Auch sagt er, dass es gut sein kann, dass unser Wissen wohl nicht einmal 5% umfasst).
Es gibt -ob es wahrgenommen oder nicht - große und ungeklärte Fragen bzw. Verständigungs-Lücken. Ich trete damit sicher einigen - vom großen Wissen überzeugten (teils berauschten?), aber doch wenig wissend ? ?) wieder etwas auf den Boden der Tatsachen zu kommen.. Wir lernen nie aus.)
Hier noch einige Zitate aus Fachzeitschriften (von FachLeuten) zu EVO-Thematik
• „Die Prozesse, die evolutionären Innovationen zugrunde liegen, sind bemerkenswert wenig verstanden. … [W]ir haben relativ wenig Fortschritt erzielt im Verständnis, wie neue Eigenschaften erstmals entstehen“ (Moczek 2008, BioEssays 30, 432).

• „Eines der bedeutendsten ungelösten Probleme der Biologie ist das Verständnis, wie neue, komplexe Phänotypen entstehen, sowohl in der individuellen Entwicklung als auch in der Stammesgeschichte“ (Ledon-Rettig et al. 2008, Evol. Dev. 10, 316).

• „Die Skelettarchitektur von Wirbeltieren ist sehr unterschiedlich, doch die Basis für Veränderungen im groben Skelettbau bleibt fast völlig unbekannt“- (Rudel & Sommer 2003, Dev. Biol. 264, 21).

• „[D]ie Kernfrage – der genetische Ursprung neuer und komplexer Merkmale – ist wahrscheinlich eine der hartnäckigsten und fundamentalen unbeantworteten Fragen in der Evolutionsforschung heute“ - (Monteiro & Podlaha 2009, PLoS Biology 7:2, 215).

• „[D]ie genetischen Änderungen, die erklären, wie komplexe Formen entstehen, sind immer noch unklar“ (Martin et al. 2012, Proc. Natl. Acad. Sci. 109, 12632).

• „Der Ursprung und die Diversifizierung neuer Eigenschaften ist eine der spannendsten ungelösten Probleme in der evolutionären Entwicklungsbiologie“ (Saenko et al. EvoDevo 2011, 1).

•„Wie Körperbaupläne in der Natur evolvieren, bleibt weitgehend unbekannt“ (Cleves et al. 2014, Proc. Natl. Acad. Sci. 111, 13912).
• „Wir sind uns noch nicht sicher, welches die Erklärung für Neuheiten ist. … Ich vermute, dass der Ursprung von Neuheiten auch natürliche Selektion benötigt, ebenso wie zusätzliche Mechanismen, aber worin diese bestehen, muss erst noch durch weitere empirische Forschung herausgefunden werden“ - (Wagner 2014, Princeton University Press. 125).
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Re: Wie entstand das Leben?

Beitragvon Janina » So 26. Mär 2017, 13:25

Flavius hat geschrieben:
Das ergibt sich systematisch aus dem Verständnis von Wissenschaft. Wunder gehören grundsätzlich nicht dazu.
Eben, aussergwöhnliche, nicht akzeptierte Vorgänge werden automatisch u. kategorisch ausgeschlossen.
Es geht nicht um "verbotene" Vorgänge, sondern um mangelhaftes Verständnis.

Vielleicht kann ich das an einem Gleichnis erläutern.

Ich habe ein Praktikum auf einer Baustelle gemacht, und sah dort erstmals ein Laser-Nivelliergerät im Einsatz. Offizielle Bezeichnung: Vollautomatischer selbstnivellierender Rotationslaser. Als wissensdurstige junge Studentin war ich von dem Gerät fasziniert, kannte ich doch nur die Methode nach Altväter Sitte: Die Schlauchwaage. Da hat mein Vater mit mir seinerzeit in unserer Scheune die Stützsäulen für eine neue Etage mit ausgependelt. Funktionsprinzip bekannt: Wasser in einem beliebig geformten Gefäß pendelt sich immer in der gleichen Höhe ein. Wasser fließt viskos, d.h. es braucht eine endliche Zeit, bis es sein Gleichgewicht gefunden hat (das ist der Unterschied zwischen Mathematikern und Physikern: Für den Mathematiker dauert dies unendlich lange), und dann kann man den Füllstand markieren, um über beliebig weite Strecken exakt die gleiche Höhe zu bekommen. Flüssigkeiten haben noch eine andere Eigenschaft: Die Haftreibung ist = 0, d.h. es gibt keine bleibende Höhenabweichung, wie dies von jedem mechanischen Werkzeug zu erwarten wäre. Beides führt dazu, dass eine Schlauchwaage in beliebigen Entfernungen absolut exakt funktioniert, d.h. der Meßfehler ist allein durch das Ablesen der Flüssigkeitshöhe bedingt.
Bei einem Rotationslaser dagegen gibt es viele Fehlerquellen.
1. ist ein rotierender Laserstrahl grundsätzlich kegelförmig. Die maximal erreichbare endliche Genauigkeit sorgt damit schonmal für eine mit der Entfernung lineare Abweichung der angezeigten Höhe von der Wirklichen.
2. sorgt die endliche Genauigkeit bei der senkrechten Ausrichtung der Rotationsachse ebenfalls für eine entfernungsproportionale Messwertabweichung. Wird der Rotor auch noch mit einer Libelle in der Grundplatte per Hand ausgerichtet, sorgt die Ablese- und Einstellgenauigkeit noch für eine zusätzliche Abweichung.
Wie also, so zermarterte ich mir das Hirn, ist eine solche Kalibration auch noch automatisch hinzukriegen, und welche Genauigkeit ist damit erreichbar? Mit beliebig exakter Fertigung bleibt immer noch die Haftreibung beweglicher Mechanischer Bauteile als limitierendes Element. Ist das Ding vielleicht komplett flüssigkeitsgelagert oder mit einem solchen Sensor automatisch nachnivelliert?

Dies alles ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der Gedankenwelt eines technisch interessierten und wissenschaftlich denkenden Menschen.

Ich frage also einen Bauarbeiter: "Wie funktioniert denn das Teil?" - Oh, das ist kompliziert, das weiß nur der MEister! Der MEister! Der MEister war so ein Typ Axel Stoll. Der weiß bescheid, ist so. Muss man wissen. Nur wer sich als würdig erweist, darf den erlauchten Worten des MEisters lauschen. Nach vielen Tagen Besendienst war ich eines Tages würdig genug und durfte. Der MEister persönlich gewährte mir eine Audienz. Auf meine Frage nach der Funktionsweise der Laser-Waage machte der erstmal ein äußerst wichtiges Gesicht. Wow, ich war wohl zu Höherem berufen, dass ich SO eine Frage stellen konnte! Es folgte feierlich: Das Initiationsritual! Mit einem jovialen Schulterklopfen wurde mir das Gerät präsentiert, ich durfte es von allen Seiten betrachten (aber nur nicht anfassen), und nach einer Weile andächtigen Schweigens gewährte mir der MEister seine Worte der Erkenntnis: "Hier - der Ein-Schalter. Drücken, und dann geht alles ganz von selbst."

Ich hoffe, dieser Vergleich verdeutlicht dir ein wenig, warum eine Erklärung der Art "Eine höhere Intelligenz hat das so eingerichtet" nicht ein weltanschaulich verbotener "Tabu"bruch ist, sondern einfach nur keine Antwort auf die Frage nach dem WIe.
Es ist lediglich ein Armutszeugnis für jemanden, der damit zufrieden - oder besser gesagt zum Schweigen zu kriegen ist.
Was aussieht wie Dummheit, ist vielleicht keine. Möglicherweise profitiert jemand davon, nur du bist nicht dabei.
http://www.4religion.de/viewtopic.php?p=161626#p161626
http://www.4religion.de/viewtopic.php?p=242349#p242349

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Tyrion
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Re: Wie entstand das Leben?

Beitragvon Tyrion » So 26. Mär 2017, 14:50

Zunächst @Janina: danke für das Beispiel, dass es sehrgut trifft. Man findet dieses Beispiel auf allen Ebenen. Das Geröt wird einfach als Black Box angesehen und was in der Black Box passiert, können die Anwender oft nicht erklären. Es ist beispielsweise unter Biologen oftmals ähnlich, wenn diese mulrivariate Analysen (z. B. Korrespondenzanalysen) ausführen sollen. Sie nehmen ihre Software, achten auf die richtige Syntax ihrer Datenmatrizen und drücken auf "Start". Die Algorithmen, die die Software verwendet, sind den Anwendern unbekannt. Ich habe deine Erfahrung auf dieser Ebene machen "dürfen", als ich hoffte, dass ich die Stärken und Schwächen dieser Software erklärt bekäme. Und mir wurde nur erklärt, wie man die Daten vorbereiten muss und wo der Startknopf ist.

Flavius hat geschrieben:Hier noch einige Zitate aus Fachzeitschriften (von FachLeuten) zu EVO-Thematik...


Danke für die Beispiele (ich habe sie jetzt nicht überprüft, ich nehme mal an, dass die Zitate stimmen und sie nicht zu sehr aus dem Zusammenhang gerissen sind - klingt teils sehr nach der Einleitung, in der man auf das eigentliche Thema hinführt, ist aber irrelevant.

Natürlich gibt es Schwierigkeiten, für manche - ich sage mal - Hürden, eine plausible Erklärung zu finden. Das ist ganz normal. Man kann aber beispielsweise die Grundmechanismen der Evolution auch experimentell nachvollziehen. Man kann sich ein Modell erarbeiten, wie man diese Grundmechanismen ausweitet, um das Entstehen komplexer Strukturen zu erklären. Der Vorteil: die Anwendung der evolutiven Mechanismen als Erklärungsgrundlage macht das ständige Aussterben komplexer Lebensformen verständlich. Bakterien sind die Gewinner der Evolution. Das, was sich zu sehr spezialisiert, wird wieder aussterben.
Wie genau wann was wo passierte, wird man vielleicht nie herausfinden. Und beweisen lässt sich schon mal gar nichts. Und wie genau das Leben entstand, wird man naturwissenschaftlich vielleicht auch nie aufklären.

Dein Logikproblem: Du findet Lücken in einer Theorie. Du folgerst daraus, dass eine andere Theorie richtig sein muss. Dieser Schluss ist unlogisch. Er wäre nur gültig, wüsstest du, dass es nur exakt zwei Möglichkeiten gäbe. Wäre falsifiziert, muss es die andere sein. So ist es aber nicht und Lücken falsifizieren auch nicht. Sie lassen nur manches noch offen.

Beispiel:
Zeig mir, dass ich irre, wenn ich aus wolfsartigen Hunden über mehrere Genrationen Chihuahuas und Doggen züchte. Zeig mir, dass die Zucht nicht Grund für die Änderung der Phänotypne ist, sondern dass die Chihuahuas spontan von einer göttlichen Entität geschaffen wurden. Gib mir Positivargumente und ich werde dir möglicherweise folgen, wenn du zudem aufzeigst, dass es die Zucht nicht war, die zu den Änderungen führte. Jetzt kommt es an, welcher Erklärungsansatz die besseren Positivargumente besitzt.

Wenn du jetzt aber dem Züchter entgegnetst, er solle erklären, warum sich auch die Verhaltensmuster sich ändern und er soll erkläreb, wie genau das passiert und wo das genetisch gespeichert wird und auch erklären soll, ob oder wie Epigenetik eine Rolle spielt und der Züchter hier passen muss. Dann ist der logisch konsequente Schritt nicht, die Züchtung als Erklärung abzulehnen und diese durch Spontanschöpfung zu ersetzen. Ich hoffe, du verstehst die Analogie.

• „Die Prozesse, die evolutionären Innovationen zugrunde liegen, sind bemerkenswert wenig verstanden. … [W]ir haben relativ wenig Fortschritt erzielt im Verständnis, wie neue Eigenschaften erstmals entstehen“ (Moczek 2008, BioEssays 30, 432).


bemerkenswert wenig im Vergleich zu? Wenig ist nicht gar nichts, aber ja, evolutionäre Innovationen sind schwer erklärbar. Und da wir auch keine Zeitmaschine haben, können wir nicht aus jedem Entwicklungsstatdium die DNA extrahieren, um wenigstens die Veränderungen auf der DNA mitzuverfolgen, geschweige denn zu verstehen, wie genau es dazu kam. Aber es gibt zumindest Erklärungsansätze, die zu bekannten Mechanismen passen. Ob das alles stimmt, weiß niemand.

Überführt man einen Mörder aufgrund von Indizien, kann man auch nie alles klären. Es bleiben Restzweifel und nicht jeder Schritt kann rekonstruiert werden (deshalb bin ich beispielsweise strikt gegen Todesstrafe). Aber wenn ein Teilschritt schwer erklärbar ist, folgt daraus nicht, dass es dann der Gärtner war (da ist kein Zusammenhang).

• „Eines der bedeutendsten ungelösten Probleme der Biologie ist das Verständnis, wie neue, komplexe Phänotypen entstehen, sowohl in der individuellen Entwicklung als auch in der Stammesgeschichte“ (Ledon-Rettig et al. 2008, Evol. Dev. 10, 316).


Welches Problem ist denn wirklich gelöst? Und erneut: ohne Zeitmaschine ist es schwierig. Das macht es aber auch so spannend. Und "ungelöst" heißt nicht, dass daraus folgt, dass eine Gottheit mit den Fingern geschnippst hat. Aus "nicht A" folgt nicht "B", also folgt noch weniger aus "A wäre möglich, aber es gibt Lücken in der Erklärung", dass "B" stimmt (selbst dann nicht, wenn es nur A und B geben würde).

• „Die Skelettarchitektur von Wirbeltieren ist sehr unterschiedlich, doch die Basis für Veränderungen im groben Skelettbau bleibt fast völlig unbekannt“- (Rudel & Sommer 2003, Dev. Biol. 264, 21).


Dem würde ich widersprechen. Die Basis für Veränderungen ist bekannt - man kann das auch durch Züchtung zeigen. Da würde mich der Originalwortlaut interessieren (zumal das ja eine Übersetzung ist und der Zusammenhang fehlt).

• „[D]ie Kernfrage – der genetische Ursprung neuer und komplexer Merkmale – ist wahrscheinlich eine der hartnäckigsten und fundamentalen unbeantworteten Fragen in der Evolutionsforschung heute“ - (Monteiro & Podlaha 2009, PLoS Biology 7:2, 215).


Wie lange wird denn genetisch geforscht? Wie lange weiß man überhaupt, dass es DNA gibt? Natürlich ist hier sehr viel unbeantwortet. Aber auch daraus folgt nicht "B".

• „[D]ie genetischen Änderungen, die erklären, wie komplexe Formen entstehen, sind immer noch unklar“ (Martin et al. 2012, Proc. Natl. Acad. Sci. 109, 12632).


Der Satz ist sinnfrei. Da fehlt der Zusammenhang.

• „Der Ursprung und die Diversifizierung neuer Eigenschaften ist eine der spannendsten ungelösten Probleme in der evolutionären Entwicklungsbiologie“ (Saenko et al. EvoDevo 2011, 1).


Da werden zwei Kategorien zusammengeschmissen. Ursprung ist nicht gleich Diversifizierung. Letztere ist ziemlich gut untersucht und eben auch im Labor erzeugbar. Also auch hier: Zusammenhang fehlt. So ist es ein Schlagwort...

Ich gehe recht davon aus, dass du keine einzige dieser Publikationen gelesen hast? Gehe ich ferner richtig davon aus, dass du diese aus einer deiner pro-ID-Schriften abgeschrieben hast? Falls ja, dann bedenke, dass man Aussagen immer aus dem Zusammenhang reißen und als Propaganda missbrauchen kann. Die Aussagen sind sehr kurz und das sollte dir zu denken geben.

Ach, zwei hatte ich vergessen:

•„Wie Körperbaupläne in der Natur evolvieren, bleibt weitgehend unbekannt“ (Cleves et al. 2014, Proc. Natl. Acad. Sci. 111, 13912).


siehe oben.

• „Wir sind uns noch nicht sicher, welches die Erklärung für Neuheiten ist. … Ich vermute, dass der Ursprung von Neuheiten auch natürliche Selektion benötigt, ebenso wie zusätzliche Mechanismen, aber worin diese bestehen, muss erst noch durch weitere empirische Forschung herausgefunden werden“ - (Wagner 2014, Princeton University Press. 125).


"Ich vermute, dass..." Dieser Passus ist nicht wissenschaftlich. Er drückt eine Meinung aus. Mir klingt das nach einem abschließenden Satz einer möglicherweise komplexen Arbeit, in der der Autor es sich niczht verkneift, seine Privatmeinung zu äußern. Das Auslassen "..." lässt zudem eine gezielte Auswahl der beiden Sätze vermuten, die vielleicht nicht einmal im Zusammenhang gemeint sind.
Zusätzliche Mechanismen zur natürlichen Selektion - das wäre spannend, was er damit meint. Vielleicht meint er sogar etwas Metaphysisches. Auch Naturwissenschaftlicher können an Gott glauben. Und die Aussage, dass man nicht ausschließen kann, dass Gott mitwirkt, ist selbstredend. Daher geht so ein Abschlusssatz aich mal durch das review-System durch, auch wenn der Autor hier die Wissenschaftlichkeit verlässt (er stellt eine These in den Raum, ohne sie zu begründen). Oder das Zitat ist verfälscht.

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Re: Wie entstand das Leben?

Beitragvon Pluto » So 26. Mär 2017, 17:53

Flavius hat geschrieben:Das Universum besteht aus 3% bis 5% aus Atomen , - zu 23 % aus dunkler, uns unbekannter Materie, und zu zumindest 75% aus dunkler",(dunkel auch, weil noch nicht/noch nie eingefangen) uns völliig unbekannter Energien.-
Hier kommen mir ehrlich gesagt auch Zweifel. Allerdings denke ich niemals an einen Schöpfer der keine Spuren seines Handelns hinterlässt, sondern hoffe auf neue Ideen der Physiker, wie dieses Beispiel: http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de ... h20161115/

Flavius hat geschrieben:Mich wundert, wie manche - in manischer Überhebung u. Selbstüberschätzung - behaupten können, alles sei klar/Ihr Bild das absolut Richtige..
Und mich wundert, dass gebildete Leute, in schamloser Selbstüberschätzung behaupten können, es müsse eine imaginäre Intelligenz dahinter stehen. Das kann sein, aber da hilft nur rationales Denken und harte Arbeit, nicht wirre unfundierte Behauptungen und kreationistisches Gedankengut.

Flavius hat geschrieben:Zweifler an ihrem...
Wie gesagt, ich habe meine Zweifel an der aktuellen Beschreibung des Kosmos. Allerdings geht es in diesem Thread um das Thema Leben, und da gibt es nicht die Spur einer Evidenz die für eine schöpferische Tätigkeit sprechen würde.

Flavius hat geschrieben:Francois Englert, Nobel-Preisträger2003 (u. Weggefährte u. "Mentor" von Higgs) : "Wir wissen, dass wir im Grunde nichts wissen".
Dass wir nichts wissen sollen, ist mir zu radikal.
Ich würde sagen: "Wir wissen (sehr grob geschätzt) etwa 5% von dem was es zu wissen gibt, und es ist ein tröstender Gedanke, dass andere auch nichts über die verbleibenden 95% wissen.
Aber is das ein Grund, um dem großen Unbekannten ins Spiel zu bringen?

Flavius hat geschrieben:Es gibt -ob es wahrgenommen oder nicht - große und ungeklärte Fragen bzw. Verständigungs-Lücken. Ich trete damit sicher einigen - vom großen Wissen überzeugten (teils berauschten?), aber doch wenig wissend ? ?) wieder etwas auf den Boden der Tatsachen zu kommen.. Wir lernen nie aus.)
Natürlich gibt es viele Lücken in unserem Wissen. Aber warum willst du hier den großen Manitu herauf beschwören? Glaubst du ein solcher Gedanke bringt uns in unserem Wissen weiter?
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

Anton B.
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Re: Wie entstand das Leben?

Beitragvon Anton B. » So 26. Mär 2017, 20:03

Tyrion hat geschrieben:
Flavius hat geschrieben:Hier noch einige Zitate aus Fachzeitschriften (von FachLeuten) zu EVO-Thematik...

Dake für die Beispiele (ich habe sie jetzt nicht überprüft, ich nehme mal an, dass die Ziatate stimmen und sie nicht zu sehr aus dem Zusammenhang gerissen sind - klingt teils sehr nach der Einleitung, in der man auf das eigentliche Thema hinführt, ist aber irrelevant.

Leider habe ich die traurige Erfahrung machen müssen: Sie wurden aus sem Zusammenhang gerissen.

Der Autor des Posts hier hat auch einfach per "Cut and Paste" die Liste von dort hier hinein gestellt.

Meines Erachten einfach für Ihn und Beschäftigungstherapie aka "Extremzeitraubing" für die alle anderen.
Das Problem: Es gibt auch eine Wirklichkeit, wie es historisch wirklich war.


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