Ein Mandala ist hier gelandet.

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Mandala
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Ein Mandala ist hier gelandet.

Beitragvon Mandala » So 1. Mai 2016, 02:12

Hallihallo ihr Menschen,

ich bin über die Google- Suche auf dieses Forum gestoßen, als ich nach einer Antwort danach suchte, weswegen Gott immer als männlich deklariert wird. Ich bekam bald den Eindruck, als wäre dieses Forum ein recht undogmatischer Raum, um über religiöse Themen zu sprechen, was mir sehr zusagte. Dogmen schrecken mich nämlich eher davon ab. Und ich habe den Eindruck, als wäre- besonders das institutionalisierte- Christentum sehr von Dogmen geprägt.

Nun noch kurz ein paar Infos zu mir:
Ich bin eine 27- jährige Psychologiestudentin und schon immer irgendwie "auf der Suche", konnte mich aber aus den oben genannten Gründen nie dem Christentum zuwenden. Mir kam das ganze schon zu Schulzeiten irgendwie falsch und geheuchelt vor (Beispiel Kreuzzüge), sodass ich bereits in der 7. Klasse dem Religionsunterricht den Rücken zu kehrte.

Nun stieß ich nicht vor all zu langer Zeit auf Vorträge von Eugen Drewermann, meines Empfindens nach ein weiser und warmherziger Mann, Theologe, Psychologe und Soziologe, der aufgrund seiner konträren Ansichten zur katholischen Kirche exkommuniziert wurde. Er lehrt ganz anders von Gott, als ich es bisher in Predigten gehört hatte, was mich dazu ermutigt hat, mich dem Thema wieder etwas anzunähern. Es gibt da meinerseits auf jeden Fall noch sehr viele Fragen und ich bin gespannt, ob die ein oder andere hier vielleicht beantwortet werden wird.

Seid lieb gegrüßt zu so später Stunde!
Bis bald-
Mandala :wave:

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Salome23
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Re: Ein Mandala ist hier gelandet.

Beitragvon Salome23 » So 1. Mai 2016, 09:37

Mandala hat geschrieben:Hallihallo ihr Menschen,
Herzlich Willkommen hier im Forum :wave:

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Pluto
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Re: Ein Mandala ist hier gelandet.

Beitragvon Pluto » So 1. Mai 2016, 09:38

Mandala hat geschrieben:Seid lieb gegrüßt zu so später Stunde!
Bis bald-
Mandala :wave:
Grüße zurück!
Herzlich willkommen.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

Hemul
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Re: Ein Mandala ist hier gelandet.

Beitragvon Hemul » So 1. Mai 2016, 10:33

Mandala hat geschrieben:Seid lieb gegrüßt zu so später Stunde!
Bis bald-
Mandala :wave:

Auch von mir ein Gruß zurück. Bin Dir hier stets zu Diensten. :wave:

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Halman
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Re: Ein Mandala ist hier gelandet.

Beitragvon Halman » So 1. Mai 2016, 23:30

Mandala hat geschrieben:Hallihallo ihr Menschen,

ich bin über die Google- Suche auf dieses Forum gestoßen, als ich nach einer Antwort danach suchte, weswegen Gott immer als männlich deklariert wird. Ich bekam bald den Eindruck, als wäre dieses Forum ein recht undogmatischer Raum, um über religiöse Themen zu sprechen, was mir sehr zusagte.

Freut mich, dass Du hierher gefunden hast, Mandala. Herzlich willkommen in unserem Forum. :)

Der Grund für die Betonung des Männlichen und dem Patriarchat ist meiner Meinung nach in der alten orientalen Kultur der Hebräer/Israeliten begründet. Natürlich spiegelt die Bibel die soziokulturelle Perspektive der Schreiber wieder, die in ihrem jeweiligen Kulturkreisen (von der Bronzezeit bis in die Antike) verhaftet waren.
Dennoch gibt es auch Matriarchinnen in der Bibel, wie Sara. Auch wurden Bibelbücher wie Ester und Ruth nach Frauen benannt.

Vielleicht interessiert Dich der Artikel Jahwe als Vater und Mutter.

Mandala hat geschrieben:Dogmen schrecken mich nämlich eher davon ab. Und ich habe den Eindruck, als wäre- besonders das institutionalisierte- Christentum sehr von Dogmen geprägt.

Ja, das kann ich verstehen. Soweit ich weiß, sind Dogmen eher in der katholischen Kirche zu finden.

Mandala hat geschrieben:Nun noch kurz ein paar Infos zu mir:
Ich bin eine 27- jährige Psychologiestudentin und schon immer irgendwie "auf der Suche", konnte mich aber aus den oben genannten Gründen nie dem Christentum zuwenden. Mir kam das ganze schon zu Schulzeiten irgendwie falsch und geheuchelt vor (Beispiel Kreuzzüge), sodass ich bereits in der 7. Klasse dem Religionsunterricht den Rücken zu kehrte.

Die Religionskritik, wie sie bpsw. Dr. Dr. Joachim Kahl ausführlich äußerte, ist leider historisch nur zu gut begründet. Allerdings bin ich der Überzeugung, dass bpsw. die Rechtfertigung der Kreuzzüge auf Basis jesuanischer Ethik nicht haltbar ist.

Mandala hat geschrieben:Nun stieß ich nicht vor all zu langer Zeit auf Vorträge von Eugen Drewermann, meines Empfindens nach ein weiser und warmherziger Mann, Theologe, Psychologe und Soziologe, der aufgrund seiner konträren Ansichten zur katholischen Kirche exkommuniziert wurde. Er lehrt ganz anders von Gott, als ich es bisher in Predigten gehört hatte, was mich dazu ermutigt hat, mich dem Thema wieder etwas anzunähern. Es gibt da meinerseits auf jeden Fall noch sehr viele Fragen und ich bin gespannt, ob die ein oder andere hier vielleicht beantwortet werden wird.

Seid lieb gegrüßt zu so später Stunde!
Bis bald-
Mandala :wave:

Dann könnte ich mir vorstellen, dass auch der Theologe Prof. Hans Küng für Dich interessant sein könnte.
Tja, ein Proton müsste man sein: Dann würde man die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf und hätte eine nahezu unendliche Lebenszeit:-) - Silvia Arroyo Camejo

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Magdalena61
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Re: Ein Mandala ist hier gelandet.

Beitragvon Magdalena61 » Mo 2. Mai 2016, 00:49

Hi Mandala, herzlich willkommen im Forum! :)
Mandala hat geschrieben: Dogmen schrecken mich nämlich eher davon ab. Und ich habe den Eindruck, als wäre- besonders das institutionalisierte- Christentum sehr von Dogmen geprägt.
Dogmen sind der Versuch, Glaubensinhalte in Lehrsätzen zu formulieren im Bemühen, die heilsrelevanten Inhalte der christlichen Lehre zu bewahren und allgemein verfügbar zu machen.

So weit diese Lehrsätze mit der Bibel übereinstimmen, kann man sie akzeptieren und übernehmen. Wo mehrere, voneinander differierende Lesarten möglich sind, sollte man niemandem die persönliche Überzeugung oder Kirchentradition unter Androhung des Ausschlusses aus der Gemeinde aufzwingen- das ist nicht biblisch, wird aber leider in christlichen Kreisen gerne praktiziert.

Andere Dogmen sind in der Tradition, der "Überlieferung" einer Konfession begründet. Diese dürfen sehr wohl, ja, sie sollten sogar hinterfragt werden.

Jemanden unter Androhung der ewigen Verdammnis zum "Heil" prügeln zu wollen und zu verlangen, dass er sämtliche Lehrsätze einer Kirche oder Gemeinde ungeprüft und widerspruchslos akzeptiert, entspricht nicht der Vorgehensweise des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs.
Gott lässt dem Menschen Zeit, um im Glauben zu wachsen, wie können seine Mitarbeiter es sich erlauben, fromme Gewalt auszuüben? WER hat sie dazu autorisiert?

Wer so etwas tut, der handelt nicht im Auftrag des Heiligen Geistes.

Ein Mensch, der nach Gott fragt, steht am Anfang eines Entwicklungsprozesses. Und da muß auch Raum sein für Zweifel.
Ich bin eine 27- jährige Psychologiestudentin und schon immer irgendwie "auf der Suche", konnte mich aber aus den oben genannten Gründen nie dem Christentum zuwenden. Mir kam das ganze schon zu Schulzeiten irgendwie falsch und geheuchelt vor (Beispiel Kreuzzüge), sodass ich bereits in der 7. Klasse dem Religionsunterricht den Rücken zu kehrte.
Über die Kreuzzüge kursieren leider auch eine Menge Stammtischgeschichten. Darüber kann man bei Bedarf ausführlicher reden.

Mit einigen Randinformationen versehen; eher Allgemeinplätzen... kann man nicht wirklich urteilen. Das Christentum ist teilweise erstarrt-- die Gemeinde Jesu besteht aus vielen Menschen, und die machen nicht alles richtig. An den Fehlern einiger oder vieler Repräsentanten einer politischen oder spirituellen Richtung kann man sich nicht wirklich orientieren. Das wäre, als beurteilte man die Qualität der medizinischen Versorgung eines Landes ausschließlich nach den Kunstfehlern, die von einigen Ärzten gemacht wurden und werden, und den gesamten Rest, also die positiven Ergebnisse engagierter Mediziner lässt man komplett unter den Tisch fallen.

Den Weg der Suche nach Gott muß jeder selber gehen.
Nun stieß ich nicht vor all zu langer Zeit auf Vorträge von Eugen Drewermann, meines Empfindens nach ein weiser und warmherziger Mann, Theologe, Psychologe und Soziologe, der aufgrund seiner konträren Ansichten zur katholischen Kirche exkommuniziert wurde. Er lehrt ganz anders von Gott, als ich es bisher in Predigten gehört hatte, was mich dazu ermutigt hat, mich dem Thema wieder etwas anzunähern. Es gibt da meinerseits auf jeden Fall noch sehr viele Fragen und ich bin gespannt, ob die ein oder andere hier vielleicht beantwortet werden wird.
Es wäre sicher interessant, hier mehr ins Detail zu gehen.
Ich bekam bald den Eindruck, als wäre dieses Forum ein recht undogmatischer Raum, um über religiöse Themen zu sprechen, was mir sehr zusagte.
Hier schreiben Christen und Nichtchristen.

Die Praxis sieht so aus: Jeder hat so seine persönlichen "Dogmen", die er natürlich entschlossen verteidigt. Und da können die User schon recht hartnäckig bis penetrant sein. :) Nicht bange machen lassen.

Darf ich einmal fragen: Welches Ziel möchtest du mit deinem Studium erreichen? Warum studierst du Psychologie?
LG

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Mandala
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Re: Ein Mandala ist hier gelandet.

Beitragvon Mandala » Sa 14. Mai 2016, 14:13

Hallo und vielen lieben Dank für das herzliche Willkommen, da fühl ich mich gleich richtig wohl hier :) ,

@ Magdalena:
Jemanden unter Androhung der ewigen Verdammnis zum "Heil" prügeln zu wollen und zu verlangen, dass er sämtliche Lehrsätze einer Kirche oder Gemeinde ungeprüft und widerspruchslos akzeptiert, entspricht nicht der Vorgehensweise des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs.
Gott lässt dem Menschen Zeit, um im Glauben zu wachsen, wie können seine Mitarbeiter es sich erlauben, fromme Gewalt auszuüben? WER hat sie dazu autorisiert?


Da sprichst du einen Punkt an, der mich zum starken Zweifeln an der Religion des Christentums (in anderen Religionen mag das ähnlich sein) bringen. Wie kann es sein, dass sich die Ausübung der Religion so stark von der Lehre an sich unterscheidet? Ich finde es außerdem schlimm, dass die Religion seit Denkzeiten dazu benutzt wird und werden kann, um ganze Völker gegeneinander aufzuhetzen und die Macht einzelner Gruppierungen zu stärken.
Wer so etwas tut, der handelt nicht im Auftrag des Heiligen Geistes.
--> Das Problem ist, dass die Menschen, die so handeln, ganz fest davon überzeugt sind, sie würden im Namen des Herrn handeln. Und in der Bibel gibt es ja genug Passagen, die man durchaus als Legitimation für Gewalt heranziehen kann, soweit ich weiß.

Das beantwortet übrigens teilweise deine Frage:
Darf ich einmal fragen: Welches Ziel möchtest du mit deinem Studium erreichen? Warum studierst du Psychologie?

Es ist ein paar Dinge, die mir einfach unverständlich sind: weshalb Menschen oftmals so irrational handeln und ihren eigenen Mitgliedern ihrer Spezies (jetzt mal evolutionstheoretisch ausgedrückt) so viel Schaden zu fügen. Wieso ist der Mensch dem Menschen so oft ein Wolf? Neben diesem Thema interessieren mich aber auch noch viele andere Aspekte an der Psychologie, z.B. ihre Verbindung zum Körper.

Über die Kreuzzüge kursieren leider auch eine Menge Stammtischgeschichten. Darüber kann man bei Bedarf ausführlicher reden.
Mich würde sehr interessieren, was du mit Stammtischgeschichten meinst. Letztens sah ich eine Doku über Karl den Großen, der für die Kreuzzüge als Vorbild diente und unter dem Deckmantel "seiner" Religion die Heiden bekämpfte. Diese Darstellung kam mir eigentlich nicht sehr stammtischmäßig rüber.



@Halman:
Danke für deinen Link über Jahwe als Vater und Mutter. Folgst du dann der Annahme, dass Gott eigentlich übergeschlechtlich ist und nur aufgrund historischer (patriarchaler) Begebenheiten als männlich deklariert wird?
Was mich zudem sehr irritiert, sind die Frauenbilder, die z.B. mit Eva oder Maria dargestellt werden. Die böse Sünderin und die perfekte Frau?

Ja, das kann ich verstehen. Soweit ich weiß, sind Dogmen eher in der katholischen Kirche zu finden.

Z.B. habe ich eine Freundin, die freikirchlich orientiert ist. Und sie lebt teilweise nach Dogmen, die sie selber nicht erfüllen kann und damit sich selbst, oder andere diskriminiert (z.B. kein Sex vor der Ehe, Schwule dürfen keine Pfarrer sein, etc. ). Eine mormonische Freundin sieht das noch enger, bei ihr ist es nicht ok, wenn Schwule miteinander eine Beziehung eingehen, das würde zur Ächtung durch die Gemeinde bis hin zum Rauswurf führen.

Hast du einen Buch- Tipp von Hans Küng, welches du besonders lesenswert fandest?



Ich wünsche euch allen ein schönes Pfingsten!
Seid lieb gegrüßt-
Mandala

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NIS
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Re: Ein Mandala ist hier gelandet.

Beitragvon NIS » Sa 14. Mai 2016, 14:52

Ich lieb Dich, Mandala! :wave:

Kennst Du den Namen Gottes?
Der Heilige Geist ist ein Kind. (Hauke H.)

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Novalis
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Re: Ein Mandala ist hier gelandet.

Beitragvon Novalis » Mi 25. Mai 2016, 06:40

Hallo, liebe Mandala. Ich heiße Dich herzlich Willkommen :thumbup: Eugen Drewermann ist für mich eine sehr wichtige Person. Er spricht wirklich Worte die das Herz wecken und die wie heilsamer Balsam für die Seele sind. Sein Buch „Heilende Religion“ ist ein guter Einstieg, glaube ich. Darin formuliert er seinen Kerngedanken, dass Glaube nicht der Gegenbegriff zum Unglauben ist – also zum vermeintlichen Irrtum und zur Ketzerei – wie das die dogmatische kirchliche Tradition immer nahe gelegt hat, sondern zur menschlichen Angst, die durch ein lebendiges und ursprüngliches Vertrauen beantwortet und umgewandelt werden kann. Sein ganzer theologischer Denkansatz ist therapeutisch und orientiert sich an der Frage, was der Mensch ist und was er existenziell braucht (insofern für Dich sicher interessant, weil er von der Psychologie ausgeht)

Selbst wenn er traditionelle Begriffe wie „Sünde“ gebraucht, dann meint er damit keine moralische Verfehlung, sondern primär die existenzielle Not des Menschen, die überhaupt erst moralische Verfehlungen produziert. Es hat keinen Sinn die Menschen dafür schuldig zu sprechen, stattdessen sollte man fragen: wie kann der Mensch innerlich und äußerlich frei davon werden? Wie kann er wahrhaft menschlich leben? Das sind wichtige Fragen, die mich interessieren. Ich zitiere gerne aus dem oben genannten Buch, welches vermutlich deinem Denken und Empfinden sehr nahe kommt:

„Gott „spricht“ in heilenden Bildern zu den Menschen. Botschaft und Absicht der christlichen Religion ist eine bewusste Verlockung des einsamen, in sich zerrissenen, leidenden Menschen zum Heil durch Bilder und Symbole, die in den Träumen der Menschen, in den Mythen der Völker und auch in anderen Religionen präsent sind. Der Mensch soll zu einem vertrauenden Glauben finden, der allein ihn wahrhaft menschlich leben lässt.“ (Eugen Drewermann, Heilende Religion S. 10)
Nur darum, dass Du - als einzigartiges Wesen, als Original, als Individuum - wahrhaft menschlich lebst und dein Leben aufblüht und zur Erfüllung kommt, darum geht's ;)


Mir kam das ganze schon zu Schulzeiten irgendwie falsch und geheuchelt vor (Beispiel Kreuzzüge), sodass ich bereits in der 7. Klasse dem Religionsunterricht den Rücken zu kehrte


Dann hast Du einen guten Instinkt, denn so ist es.

Dogmen schrecken mich nämlich eher davon ab. Und ich habe den Eindruck, als wäre- besonders das institutionalisierte- Christentum sehr von Dogmen geprägt


Die frühen Christen haben das wohl verstanden, denn sie nannten sich noch „die Gemeinschaft auf dem Weg“ und Jesus nannten sie „den Weg“, ihren Weg... „Weg“ kann das Christentum aber nur sein, wenn es gerade nicht institutionalisiert wird und stattdessen in lebendiger und schöpferischer Bewegung bleibt.
Für mich hat das Christsein nichts mit Dogmen und Institutionen zu tun, ich würde es eher als poetische und spirituelle Lebensweise beschreiben, die zu einem Bewusstseinswandel und zur Freisetzung des innewohnenden schöpferischen Potentials des Menschen anregen und motivieren möchte.

Interessant finde ich da die Ideen des Künstlers Joseph Beuys, der sich damit viel beschäftigte, hier findest Du einen kleinen Text dazu:
http://www.stephanhachtmann.de/html/joseph_beuys.html

Seid lieb gegrüßt zu so später Stunde! Bis bald- Mandala


Sei lieb und herzlich zurück gegrüßt! Mandala ist ein sehr erlesener und wohlklingender Name. Den hast Du sehr gut gewählt. Ich bin etwas verwundert, dass mir dieser Thread erst jetzt aufgefallen ist :oops:
Ernst Jünger: Der Waldgang

„Die Politik jeglicher Färbung ist mir seit langem zuwider, und ich marschiere hinter keiner Fahne mehr her.“ ~ Ernst Jünger

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Novalis
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Re: Ein Mandala ist hier gelandet.

Beitragvon Novalis » Mi 25. Mai 2016, 20:51

Mandala hat geschrieben:Danke für deinen Link über Jahwe als Vater und Mutter. Folgst du dann der Annahme, dass Gott eigentlich übergeschlechtlich ist und nur aufgrund historischer (patriarchaler) Begebenheiten als männlich deklariert wird?


Schon die Mystikerin Juliane von Norwich (+ um 1440) sagte: Genau so wirklich wie Gott unser Vater ist, ist er auch unsere Mutter." wenn wir von der hebräischen Sprache ausgehen, wird das besonders deutlich, denn das hebräische Wort "rachamim" (Barmherzigkeit) kommt von "racham" (Mutterschoß). Wenn Jesus Gott als "Abba" anredet, dann meint er eigentlich einen Gott, der liebend und barmherzig wie eine Mutter ist.
Noch deutlicher wird das, wenn gesehen wird, dass "der" Heilige Geist in der hebräischen Sprache weiblich bezeichnet wird, wir müssten "ihn" also eher als "die" Heilige Geistin übersetzen. Während im griechischen Neuen Testament das sächliche Wort "Pneuma" steht, ist "Ruach" ursprünglich (in der hebräischen und aramäischen Bewusstseinswelt) ein weibliches Wort, wie die brausende Gischt , so lebendig, sinnlich und beweglich ist Sie. Diese (sehr wichtige) Dimension der Bedeutung ging dann im Laufe der Zeit verloren.

Aus diesem Grund weise ich immer wieder gerne darauf hin, wenn ich die Gelegenheit bekomme :)
Ernst Jünger: Der Waldgang

„Die Politik jeglicher Färbung ist mir seit langem zuwider, und ich marschiere hinter keiner Fahne mehr her.“ ~ Ernst Jünger


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